Kopfschmerzen

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler aus aller Welt, dem komplexen Kopfschmerzgeschehen auf die Spur zu kommen. Dabei sind die Forschungsansätze ganz unterschiedlicher Natur. Dies zeigte sich erneut auf dem Kongress der International Headache Society, der vom 28. Juni bis 1. Juli in Stockholm stattfand.

Kopfschmerzen

Einige Höhepunkte des Kongresses stellte Prof. Dr. med. Andreas Straube, Oberarzt an der Neurologie der Universität München, auf der am Rande des Kongresses von Boehringer Ingelheim veranstalteten Pressekonferenz „Kopfschmerzforschung – quo vadis?“ vor. So hat eine amerikanische Studie ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Kopfschmerzerkrankungen besteht. Stark übergewichtige Menschen litten deutlich häufiger unter Migräne als normal- oder leicht untergewichtige.

Als Ursachen werden hormonelle Veränderungen und Entzündungsreaktionen diskutiert. Ein weiterer interessanter Therapieansatz ergibt sich aus der Einzelfallbeobachtung, dass die Gabe von Statinen die Migränehäufigkeit und die Schmerzintensität signifikant senkte.

Auch psychische Erkrankungen gehen häufig mit einer Migräne einher. War man sich bisher nicht einig, ob zuerst die psychische Störung und später die Migräne auftritt oder umgekehrt, so ist laut Straube inzwischen klar, dass zunächst die Angststörung, dann die Depression und erst später die Migräne nachweisbar ist. In anderen Studien zeigten sich eindeutige Zusammenhänge zwischen Migräneschmerzen und Fibromyalgie sowie dem Reizdarmsyndrom. Patienten mit Arthrose und Tumorerkrankungen litten jedoch nicht häufiger unter Migräne als die Normalbevölkerung.

Studien aus Norwegen zeigen, dass bei Diabetikern Migräne seltener auftritt als bei Nicht-Diabetikern. Patienten mit Asthma, Heuschnupfen und chronischer Bronchitis leiden wiederum häufiger unter Kopfschmerzen. Kurios: Amerikanische Wissenschaftler stellten fest, dass bei Neumond deutlich mehr Notrufe wegen Kopfschmerzen in den Notrufzentralen eingehen als während anderer Mondphasen.

Kirsten Grashoff

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 10/2007 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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