Vom Kampf um Pfunde und einen lukrativen Markt
Geht es um die Themen Diät, Ernährung und Gewichtsreduktion, zeigen sich Apotheker oft skeptisch: Lohnt der Aufwand – und tummeln sich nicht schon zu viele Anbieter in diesem Feld? Tatsache ist: Der Bedarf an gezielten Informationen ist vorhanden. Und wenn die Apotheke ihre Chance nicht ergreift, läuft sie Gefahr, diesen Bereich kampflos an ihre Mitbewerber zu verlieren.
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Das Thema Gewichtsreduktion hat es in sich: Millionen Menschen wollen oder müssen abnehmen – doch nur selten gelingt es ihnen dauerhaft. Und das, obwohl Experten seit Jahrzehnten nach Lösungen für das kollektive Gewichtsproblem suchen.
Die Zielgruppe für Angebote zur Gewichtsreduktion ist groß: Knapp 55 Prozent der Frauen in Deutschland und sogar 66 Prozent der Männer, so zeigt die jüngst vorgestellte bundesweite Verzehrstudie, sind übergewichtig. Fast noch fataler ist die Tatsache, dass immer mehr Kinder zu viele Pfunde mit sich herumtragen.
So zeigen die Ergebnisse der aktuellen KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, durchgeführt vom Robert-Koch-Institut), dass 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind und mehr als sechs Prozent adipös. Wobei die Zahl der übergewichtigen Kinder (auf Basis der Referenzdaten der Jahre 1985 bis 1999) um 50 Prozent und die Zahl der adipösen Kinder auf das Doppelte gestiegen ist.
Die Gefahren, die das Übergewicht mitsichbringt, sind längst bekannt: Wer dick ist, hat ein größeres Risiko für Diabetes, metabolisches Syndrom oder Herz-Kreislauf-Probleme oder Probleme mit dem Bewegungsapparat, insbesondere den Gelenken, zu bekommen – und damit bereits in mittleren Jahren erheblich an Lebensqualität einzubüßen. Genau dies aber, so eine Hoffnung der Experten, könnte die Menschen letztlich doch dazu motivieren, verstärkt auf ihre Gesundheit und damit auch auf ihr Gewicht zu achten.
Der Handel hat sich dieses Problems längst angenommen: mit einem enormen Angebot an kalorienreduzierten und „Light“- Mahlzeiten, aber auch mit speziellen Produkten wie beispielsweise sogenannten modifizierten Diäten. Dromärkte, Versandhandel, Discounter – sie alle wollen ihr Stück vom Diätmarkt.
Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2008 auf Seite 32 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
