Aus der Praxis: Tipps von der Kollegin
Apotheke ist bekanntlich nicht gleich Apotheke, dafür sorgen bereits Standort und Umfeld: Wer etwa auf dem platten Land agiert, hat andere Probleme als seine Kolleginnen und Kollegen in der Innenstadt. APOTHEKE + MARKETING trägt dem Rechnung. Und lässt ab sofort Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen, die eine Landapotheke, eine City-Apotheke oder eine Apotheke in einem Ärztehaus betreiben – mit Praxistipps von der Basis.
Das bewegt die Landapotheke
In der Landapotheke ist der Kundenkreis eher konstant und damit auch die Umsatz- und Erlösstruktur. Wird eine Filiale zum Kauf angeboten, dann gibt es eine Grundsatzfrage: wieder eine ähnlich strukturierte Landapotheke oder etwas anderes?
Für die erste Lösung gibt es viele gute Gründe: Das Umfeld ist oft bekannt, die Arbeitsabläufe sind ähnlich, die Gewinnprognose nicht so unsicher. Auch der Austausch von Mitarbeitern fällt leichter, vor allem findet sich im eigenen Team eher ein Filialleiter. Diese Motive gebündelt führen zur These: Schuster bleib bei deinen Leisten. Risikominimierung im Arbeitsablauf verringert die mentale Unsicherheit vor einer Filialübernahme.
Doch die Kehrseite der Medaille: Gleiche Umsatz- und Erlösstrukturen verdoppeln das ökonomische Risiko. Kommen bisher schon knapp 80 Prozent des Umsatzes aus Rezepten, dann zeigt das die Abhängigkeit vom GKV-System. Eine wesentlich andere Kunden- und Umsatzstruktur, zum Beispiel mit 40 Prozent Baranteil, verringert das wirtschaftliche Risiko der Filialübernahme. Geht es einmal im GKV-Honorar abwärts (wie seit Jahren), kann der Baranteil ausgleichend wirken.
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2008 auf Seite 41 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
