Editorial: Chancen beim Schopf packen
Ob Medikamenten-Manager oder lokaler Gesundheitsdienstleister – die Begriffe, mit denen die sich wandelnde Rolle der Apothekerin/des Apothekers der Zukunft umschrieben wird, sind beliebig. Wichtiger ist, was dahintersteckt; welche Konzepte und Strategien inhabergeführte Apotheken auch in Zeiten wachsenden Konkurrenzdrucks zum Erfolg führen.
Dr. Karin Frese
Dass Veränderungen kommen, ist so gut wie gewiss, weshalb jeder Apothekenleiter gut beraten ist, sich rechtzeitig einen Platz in der „neuen Welt“ zu suchen. Sicher ist auch – das zeigte einmal mehr eine Befragung von 1000 Apothekenkunden Ende letzten Jahres durch die Mannheimer Werbeagentur Schaller & Partner –, dass die Apotheke noch vor Arzt, Familie und Freunden die mit Abstand wichtigste Informationsquelle für rezeptfreie Arzneimittel ist.
Um wie viel stärker wiegt da das positive Image des Heilberuflers wenn es gilt, Auskünfte zu rezeptpflichtigen Medikamenten zu erteilen. Nicht zuletzt dann, wenn beispielsweise die Rabattverträge Erklärungen für ältere Patienten und solche mit Dauermedikation nötig machen. Dies ist zwar einerseits sehr zeitaufwändig – andererseits aber kann der Apotheker diese Situation auch dafür nutzen, um sich bei seinen Kunden als kompetenter Berater zu positionieren.
Am Ende entscheidet der beste Service darüber, wer im möglichen Nebeneinander von Individualapotheke, Kooperation und Kette Erfolg hat. Auch die Informationsinseln, um die es in dieser Ausgabe geht, können diesem Zweck dienen: Warum nicht statt der Husten-, Zecken- oder Sonnenschutzmittel einmal Neuigkeiten in Sachen Gesundheitspolitik und Substitution darstellen und so auch den jungen – eher technik-affinen – Kunden einen attraktiven Grund für den Gang in die Apotheke geben?
Herzlichst, Karin Frese
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 03/2008 auf Seite 3 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
