Mit Informationsinseln zu mehr Profil

Wenn es darum geht, die Apotheke als Kompetenzzentrum für Gesundheit zu etablieren, spielt die Beratung eine tragende Rolle. Themenorientierte Informationsinseln stellen die Beratungsstärken (auch) optisch heraus – und dies das ganze Jahr über. Diese Servicestationen sind zudem auch ohne Spezialisierung auf ein ganz konkretes Thema Ausdruck der Kundenorientierung einer Apotheke. Unsere Autorin erläutert, worauf es dabei ankommt.

Reiseberatung, Haut- und Haaranalyse, Blutzuckertests, Beratung zu Allergien oder Venengesundheit – inzwischen stehen etliche Themen jährlich wiederkehrend auf dem Aktionsplan. Allerdings sind mittlerweile nur wenige davon zeitlich auf ein paar spezifische Kalenderwochen festgelegt. Beispielsweise ist das Reisen fast ganzjährig aktuell – denn es gibt nicht nur immer mehr Singles, die unabhängig von Schulferien unterwegs sein können, sondern auch immer mehr unternehmungslustige so genannte Best Ager, die sich die Welt ansehen wollen.

Zu den saisonunabhängigen Themen zählt inzwischen auch der Bereich Allergie – schließlich halten weder Milben und Hausstaub noch Nickel und Nüsse einen Winterschlaf … Dementsprechend gibt es kaum einen Grund dafür, die Themenbereiche, in denen sich das Apothekenteam vielleicht besonders gut auskennt, nur zu bestimmten Zeiten und verbunden mit bestimmten Aktionen in den Vordergrund zu stellen.

So klein der Verkaufsraum einer Apotheke auch sein mag: kaum eine Offizin, die keinen Broschürenaufsteller hat. Prinzipiell ist so ein Aufsteller ja eine gute Sache, denn bei vielen apothekenüblichen Produkten gilt zusätzliche Information als wichtig und notwendig. Allerdings ist es im Tagesgeschäft am HV-Tisch oft unmöglich, die Kunden im erforderlichen Umfang zu informieren. Manchmal wünschen auch die Kunden schlichtweg gar kein direktes Gespräch – gerade bei den so genannten Tabuthemen kommt dies immer wieder vor. In diesen Fällen können Apotheken auf eine Fülle von Informationen zurückgreifen, die sowohl die pharmazeutische Industrie als auch damit verbundene Dienstleister oder Großhändler in gedruckter Form zur Verfügung stellen.

Übersicht und Ruhe fürs Auge schaffen

Gerade die Vielzahl der Quellen für Informationsmaterial und Broschüren bildet jedoch zugleich eine logistische und zum Teil auch optische Herausforderung für das Apothekenteam. Gilt es doch, die verfügbare Fläche auf den Tischen, in Schütten, Regalen und Ständern optimal zu bestücken. Alleine mit HV-Aufstellern, die nicht nur Präparate für die Freiwahl enthalten, sondern auch mit einer wohl durchdachten Vorrichtung für Kundenbroschüren versehen sind, ließen sich vermutlich mehrere Regalmeter füllen. Und in ein buntes Durcheinander verwandeln: DIN-Lang-Broschüren neben Scheckkartenformaten neben Taschenbüchern, rosa neben blau neben grün, Allergie neben Fußpilz neben Akne.

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Schon bekäme der fast altmodisch anmutende Begriff „Informationsüberlastung“ eine völlig neue Bedeutung. Denn nicht nur das Auge des Kunden wäre mit den verschiedenen Themen überfordert – die unübersichtliche Anordnung und Gestaltung ließe keine Konzentration zu. Abhilfe schafft hier die Einrichtung von Informationsinseln. Dies ist an sich relativ einfach, wichtig ist vor allem eine gute Pflege.

Gedrucktes ansprechend präsentieren

Platz für ein gebündeltes Informationsangebot, das die Kunden einlädt, in aller Ruhe auszuwählen, ist in der kleinsten Offizin. Eine halbwegs bequeme Sitzgelegenheit findet sich in jeder Apotheke – sei es zum Warten oder für diejenigen Kunden, die kurz ausruhen möchten oder müssen. Schon ein kleiner Tisch neben Stuhl, Sessel oder Bank bietet die Gelegenheit zur passiven Beratung – aktionsbezogene Informationsmaterialien oder thematisch orientierte Broschüren finden hier den perfekten Platz.

Je mehr Quadratmeter für den Wartebereich zur Verfügung stehen, desto mehr Möglichkeiten lassen sich realisieren. Sie reichen vom einfachen Broschürenständer, den sich eine Apotheke mit ein wenig Geld, dafür aber mit noch weniger pharmazeutischem Werbeaufdruck selbst besorgt, bis hin zur ausgefeilten und innenarchitektonisch perfekt in die Offizin integrierten Vorrichtung für Informationsmaterialien aller Art. Nach verfügbarem Budget und persönlichen Vorlieben sind der Präsentation von Drucksachen fast keine Grenzen gesetzt.

Claudia Pfeil-Zander (info@pfeil-zander.de), Quelle: Foto: Bürger Innenarchitektur

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 03/2008 auf Seite 10 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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