Sortimente: Zielgruppe Pollenallergiker

Der zweite milde Winter in Folge bereitet etlichen Allergikern in diesem Jahr erneut ein unruhiges Frühjahr: Bereits im Januar und Februar flogen die ersten Pollen, darüber hinaus rechnen Experten mit einer starken Belastung durch Birkenpollen. Weshalb auch für Apotheken die Heuschnupfensaison längst angebrochen ist: Mit Beratung und Empfehlungen beweisen sie Kompetenz und werden zugleich für den Umsatz aktiv.

Foto: iStockphoto

Das Jahr 2008 gilt als „Mastjahr“: In jedem zweiten Jahr geben Birken besonders viele Pollen ab. Und obwohl der Pollenflug natürlich von den Witterungsverhältnissen abhängt und eine genaue Voraussage deshalb schwierig ist, müssen sich Allergiker wohl, nach den Jahren 2004 und 2006, auch in diesem Jahr auf eine übermäßige Belastung durch Birkenpollen einstellen. Dieser Meinung sind zumindest all jene Experten, die dem Pollenflug von Berufs wegen hinterher spüren.

Die Zahl der von einer Pollenallergie Betroffenen ist dabei durchaus respektabel: Bereits ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland leidet, Schätzungen zufolge, unter einem allergischen Schnupfen. „Von diesem Personenkreis reagieren etwa 30 Prozent allergisch auf Birkenpollen und nahezu 50 Prozent auf Gräserpollen“, so Professor Ludger Klimek, Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), aus Wiesbaden. Mit der Hauptbelastung durch Birkenpollen rechnet der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) in diesem Jahr zwischen Anfang und Mitte April sowie Anfang Mai. Wobei die detaillierten Zeiten immer abhängig sind von der generellen Wetterlage.

Ganzjahresthema Heuschnupfen?

Allerdings sind es nicht nur die Birkenpollen, die den Allergikern in der Heuschnupfensaison zu schaffen machen. Ob Erle oder Eiche, Sauerampfer oder Spitzwegerich, Gänsefuß oder Gräser – die Palette, die der Pollen- und Sporenflugkalender mittlerweile ausweist, ist groß.

Das Fatale dabei: Die Saison hat sich im Vergleich zu den Vorjahren enorm ausgeweitet. Blieben den Pollenallergikern früher zumindest die Wintermonate, um aufzuatmen, hat der Heuschnupfen mittlerweile – wie es auch die Boulevard- und Publikumspresse vor wenigen Wochen fast schon reißerisch vermeldete – nahezu ganzjährig Saison. Immerhin dauerte die Heuschnupfensaison 2007, Berechnungen zufolge, um 40 Prozent länger als im Jahr zuvor.

Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer-gup.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 04/2008 auf Seite 26 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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