Kooperationen: So werden gemeinsame Aktionen zum Erfolg

Weder eine einzelne Person noch ein einzelnes Unternehmen kann ganz auf sich allein gestellt existieren: Der Austausch, das Zusammensein und das Zusammenarbeiten mit anderen sind überlebensnotwendig – und können, in der richtigen Kombination, über die reine Existenzsicherung hinausgehen. Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Dies zeigt sich gerade bei Apothekenaktionen, wenn sie zusammen mit anderen Händlern und regionalen Dienstleistern gestaltet werden.

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Unabhängig davon, wie eine Apotheke gelegen oder schwerpunktmäßig ausgerichtet ist, lassen sich nicht nur die „gängigen“ Aktionsthemen mit Kooperationspartnern umfassender und möglicherweise gewinnbringender organisieren. Auch Themen, die bislang vielleicht für Apotheken eher als ungewöhnlich gelten, sind denkbar und umsetzbar. Das Spektrum der Planung, Organisation und Durchführung einer Aktion oder auch einer längerfristig angelegten Kampagne bietet viele Ansatzpunkte für ein Miteinander, das allen Beteiligten zum Vorteil gereicht.

Themen und Partner finden

Schon ehe eine konkrete Aktion in der Planung ist, lohnt es sich, Augen und Ohren offen zu halten – nicht nur auf der Suche nach potenziellen Kooperationspartnern, sondern auch nach dem, was in anderen Branchen, in anderen Bereichen, passiert. Vor allem Veranstaltungen und Events, die man auch als Apotheke für sich nutzen könnte, gilt es herauszufiltern. Die Erfa- Gruppe oder die eigene Kooperation sind nicht unbedingt der Nabel der Welt. Und genau so, wie sich eine Apotheke mehr und mehr auch als Einzelhändler verstehen muss, kann sie von dem, was andere Händler tun, lernen oder profitieren.

Thema Reiseapotheke: Außergewöhnliches bieten

Eines der Themen, die Apotheken saisonal regelmäßig für mehr Aufmerksamkeit und mehr Absatz nutzen, ist die jährliche Beratung rund um die Reiseapotheke – sei es für den Sommer- oder für den Winterurlaub. Meist beschränkt sich dies allerdings auf das übliche Angebot an Sonnenschutzmitteln und den Standard für die „kleine medizinische Ausstattung“ im Koffer. Wie wichtig Sonnenschutz ist, wissen mittlerweile viele Menschen (auch wenn sie dieses Wissen immer noch nicht konsequent umsetzen). Sowohl Informationen wie Produkte einer Reiseapotheke holen sich sogar die so genannten Best Ager aus dem Internet.

Da das Allgemeine bereits bekannt ist, muss die Apotheke Spezielles bieten. Das Außergewöhnliche ist gefragt. Ein Beispiel dafür: eine eigens konzipierte Reiseberatung im Rahmen von Busreisen, wie sie vor allem von älteren Personen nachgefragt werden. Ein derartiges Angebot – in Kooperation mit dem lokalen Busreiseveranstalter – bietet eine Möglichkeit, einmal andere Produkte in die Reiseapotheke zu packen. Zusammen mit dem Busunternehmen lässt sich auch darüber nachdenken, spezielle Reiseangebote mit gesundheitsförderndem Hintergrund anzubieten. Denn es muss ja nicht unbedingt nur der Kaffeeröster sein, der Wellness-Reisen ins Programm nimmt.

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In den Händen des Fachmannes, des Apothekers, würden folgende Abläufe liegen:

  • die Vorbereitung dieser Reisen (Venenübungen, Hautfeuchtigkeit, Rückenbeschwerden),
  • die Durchführung vor Ort (individuell abgestimmte Präparate, persönliche Empfehlungen für Wellness-Anwendungen oder Bewegungsprogramme)
  • sowie die Nachbereitung (verlängerter Erholungseffekt durch Fortführung der sportlichen Aktivität oder mittels medizinischer Bäder zu Hause).

Um Reiseplanung und -durchführung kümmert sich der Veranstalter. Er sollte zudem von seiner Seite aus die pharmazeutische Beratung und Mitwirkung kommunizieren.

Shopping Malls: Event-Tage als Aufhänger

Gerade Apotheken in großen Einkaufszentren oder in Shopping Malls haben nicht nur eine spezifische Kundenstruktur, die wenig von Stammkunden geprägt ist. Sie haben auch den Vorteil, einer reichhaltigen Auswahl an potenziellen Partnern für effektvolle Zusammenarbeit.

Vor allem Mega-Shopping-Events (beispielsweise Einkaufstage unter dem Motto „Shoppen bis 24 Uhr“) bieten der Apotheke hervorragende Möglichkeiten für Aktionen, die letztlich zur Zusammenarbeit mit Partnern führen.

Sie kann beispielsweise spezielle „Wohlfühl-Pakete“ für die Kunden zusammenstellen: mit Anti-Stress-Drinks und Energieriegeln, Schmerzsalben für die hoch belasteten Schultergelenke, Blasenpflastern und Venentherapeutika, aber auch mit beispielsweise einem Mini-Antitranspirant und einer Probepackung Feuchtigkeitscreme für die durch Klimaanlagen beanspruchte Gesichtshaut. Erfahrungsgemäß strömen die Kunden an derartigen Tagen zahlreich in die Geschäfte – und sei es nur zum Gucken. Aber auch das kann ja schon recht anstrengend sein.

Bereits in der Vorbereitungsphase solcher Events dürfte es sich lohnen, mit den anderen Händlern oder mit dem Center- Management Kontakt aufzunehmen. Beispielsweise kann die Apotheke die genannten Wohlfühlpakete auch für die Mitarbeiter des Einkaufszentrums anbieten. Von diesen „Survival-Kits“ profitieren nicht nur die Angestellten, sondern auch die Geschäftsinhaber: Gut gelauntes Personal, das nicht durch körperliche Beschwerden beeinträchtigt ist, verkauft einfach besser. Und: Bei dieser Gelegenheit lässt sich zugleich erkunden, welche Geschäftsinhaber an möglichen weiteren gemeinsamen Aktionen interessiert wären.

Claudia Pfeil-Zander (info@pfeil-zander.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2008 auf Seite 8 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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