Sortimente: Die Apotheke als Reisepartner
Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Weder Finanz- noch Börsenkrise, weder die Diskussion um die CO2-Belastung noch steigende Energie- und Lebenshaltungskosten können ihr Fernweh bremsen. Trotz – oder wegen – aller Ferienlaune bleibt das Thema Reisegesundheit bei der Planung jedoch oftmals außen vor. Apotheken schließen diese Lücke.
„Zumindest im Urlaubsetat ist der Wirtschaftsaufschwung bei den meisten Deutschen angekommen“, so Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, wissenschaftlicher Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen. In ihrer 24. Deutschen Tourismusanalyse¹ hat die Stiftung festgestellt, dass fast drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland (71 Prozent) in diesem Jahr verreisen wollen. Was sie dabei auch herausfanden: „Ein Ende des Trends zu immer kürzeren Reisen zeichnet sich ab. Die Urlauber wollen wieder länger bleiben.“
Deutschland ist und bleibt das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Aber schon auf den Plätzen zwei und drei folgen mit Spanien und Italien Länder, die etwas ferner der gewohnten Heimat (und fern von Hausarzt, Stamm- und Hausapotheke) liegen. Und insgesamt sieben Prozent der geplanten Reisen gehen noch weiter, u. a. in die Türkei, nach Asien, Nordafrika oder in die Karibik. Länder, für die eine gut bestückte Reiseapotheke in jedem Fall empfehlenswert ist.
Immer bedeutsamer: die Zielgruppe der aktiven, reisenden Älteren
Das Potenzial für eine Beratung zur Reisegesundheit, für Tipps zur optimalen Zusammenstellung der Arzneimittel und Hinweise zur Gesundheits- und Impfprophylaxe ist also – europaweit präsenter Apotheken zum Trotz – gegeben. Allein die Zahl der reisefreudigen älteren Menschen, die häufig auf eine regelmäßige Medikation angewiesen sind und die unter den Bedingungen einer langen Anreise und unter den klimatischen Veränderungen am Urlaubsort besonders leiden, kommt der Apotheke entgegen.
Vorausgesetzt, diese weiß ihre Chancen zu nutzen. Dazu gehört vor allem, die Kunden auf das Service-Angebot der Apotheke aufmerksam zu machen: „Sie gehen auf Reisen? Wir wollen, dass Sie gesund zurück kommen!“ könnte beispielsweise das Motto sein, unter dem die Apotheke ihre Kunden anspricht. Auf Plakaten, Handzetteln, in der Schaufensterdeko und möglicherweise auch in einer Aktion (siehe dazu auch Aktion des Monats in APOTHEKE + MARKETING 04/2008 sowie Titelthema in diesem Heft).
Verkaufsförderung als Impulsgeber
In jedem Fall sollte die Apotheke jetzt auf Verkaufsförderung setzen: In der Sicht- und Freiwahl, in Stamm- und Zweitplatzierung werden die wichtigsten Produktbereiche rund um die Reiseapotheke präsentiert. Hier empfiehlt sich der gezielte Einsatz eines Blickfangs – etwa von auffälligem Dekomaterial. In der Zweitplatzierung könnten Produkte beispielsweise im Reisekoffer präsentiert werden, dekoriert mit einem auffälligen Strandoder Badetuch und einer Zimmerpalme.
1) Für die Analyse wurden 4000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2007 und ihren Reiseabsichten 2008 befragt.
Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2008 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
