Aus der Praxis: Tipps vom Kollegen
Apotheke ist bekanntlich nicht gleich Apotheke, dafür sorgen bereits Standort und Umfeld. APOTHEKE + MARKETING trägt dem Rechnung. Und lässt in jeder Ausgabe Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen, die eine Landapotheke, eine City-Apotheke oder eine Apotheke in einem Ärztehaus betreiben – mit Praxistipps von der Basis.
In der Land-Apotheke ist die Mitarbeiterfluktuation häufig geringer als in der Großstadt. Das gilt in noch höherem Maße für die Kundschaft. Oft ist es gar so, dass man sich durch Schule oder Vereine auch persönlich gut kennt. Die PTA wird dann schon einmal mit dem Vornamen angesprochen. Sollte man das unterbinden?
Die Situation am HV kann kompliziert werden. Vor- und Zuname wechseln sich ab – manchmal sogar innerhalb der Familie, falls Mutter und Tochter gemeinsam erscheinen und plötzlich der Chef im HV dazukommt. Die vorher vereinbarten Teamregeln werden dann zur grauen Theorie. Doch das ist keine Katastrophe.
Vornamen drücken Bekanntheit, manchmal auch Vertrautheit aus. Auf „Inge“ konnte man sich schon in der Schule verlassen. Diesen Zuwendungsvorsprung aufzugeben, wäre ein Fehler. Vornamen sind Teil des Namens und der Persönlichkeit. Werden die Mitarbeiter so angesprochen, kann jeder nach dem eigenen Fingerspitzengefühl den Vornamen des Kunden ebenfalls ins Spiel bringen. In vielen Land-Apotheken gibt es darüber keine Diskussion.
Natürlich gehören die Vornamen auch auf das Namensschild am Kittel und auf Visitenkarten. Bis zur Arztpraxis-Variante („Schwester Inge“) muss man es allerdings nicht treiben.
Vollversorger: Hilfsmittel für Patienten
Ab 1. Januar 2009 ist die Hilfsmittelversorgung durch Land- Apotheken nicht mehr gesichert – im Gegenteil. Da wir uns an Ausschreibungen für die Belieferung diverser Hilfsmittel weder beteiligen können, noch wollen, werden wir die GKV-Patienten nur auf den weit entfernten Ausschreibungssieger – vielleicht einen Versender – verweisen müssen. Diesen absolut unerträglichen Zustand für unsere vor allem älteren, wenig mobilen Kunden möchten wir nicht einfach hinnehmen und suchen nach Auswegen.
Kristina Singhof
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2008 auf Seite 37 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
