Apotheken-Portrait: Premium-Merkmale mit Leben füllen – Adler-Apotheke in Hamburg

Top-Hotels wie das Louis C. Jacob in Hamburg oder das Adlon in Berlin sind Originale und keine Filialen einer Kette. Das wird auch für den nicht auszuschließenden Fall des Fremdbesitzes bei Apotheken der Qualitätsmaßstab einer Premium-Pharmazie sein. In einem „Premium-Portrait“ stellt APOTHEKE + MARKETING künftig eine Reihe ausgewählter inhabergeführter Unikat-Apotheken vor.

Foto: Adler Apotheke

Zu Holger Gnekow und dem Team der Adler-Apotheke am Wandsbeker Markt in Hamburg passt die hanseatische Zurückhaltung: „Wir sind auf dem Weg zu Premium“, formuliert er eher vorsichtig. Ohnehin entscheide darüber einzig und allein der Kunde. Weshalb es sich lohnt, herauszufinden, warum der tägliche Zuspruch in der Adler-Apotheke ständig wächst. Was macht das Gnekow-Team anders als Andere, vielleicht sogar besser?

Was zeichnet Premium-Apotheken aus?

Das „Anderssein“ beginnt mit der eher seltenen Zusammensetzung des HV-Teams. In der Adler-Apotheke arbeiten hier ausschließlich ApothekerInnen, keine PTA. Viele der Approbierten haben sich in unterschiedlichen Spezialgebieten weitergebildet. Damit sind sie für ihre Kunden selbst für komplizierte Fragen rund um Gesundheit und Arzneimittel äußerst kompetente Ansprechpartner.

PTA und PKA sind ebenso unverzichtbar und wirken in erster Linie hinter den Kulissen. Hohe Spezialisierung in der Beratung bedeute „bessere Antworten“. Das registrierten die Kunden und kämen dann mit noch schwieriger erscheinenden Fragestellungen in die Apotheke. „Und so wächst man durch das Spektrum der täglichen Herausforderungen“, meint Holger Gnekow. Eine Spirale der Qualitätsberatung entsteht – nach oben offen.

Spiegel für Qualität

In der Adler-Rezeptur sei nahezu alles machbar, betont der Inhaber. Individuell verordnete Salben und Lotionen oder Kapseln in besonderer Zusammensetzung werden täglich angefertigt. Durch die umliegenden Hautarzt-Praxen ist die Rezeptur durchgehend voll ausgelastet. Auch das trifft auf die meisten Apotheken nicht mehr zu. Hinzu kommt die Zytostatika-Herstellung für Krebspatienten im Steril-Labor oberhalb der HV-Räume in Wandsbek. Alle Arbeitsabläufe der Adler-Apotheke werden ständig auf ihre Effizienzsteigerung überprüft. Basis ist die ISO 9001-Zertifizierung.

„Premium“ wird in Fachkreisen sehr häufig auch anhand neuer Geschäftsfelder definiert, die besonders zukunftsträchtig sein können. Dazu gehört sicherlich die Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Betreuung – das Überleitungsmanagement. In diesem Bereich kommt es auf die bestmögliche Kooperation zwischen Klinik, niedergelassenem Arzt, Apotheke und weiteren Heilberufen an. Gelingt es der Apotheke, diese Patientenströme richtig zu lenken, sind wirtschaftliche Vorteile sicher.

Klaus Hölzel und Antje Siehl (redaktion@hoelzel-net.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2008 auf Seite 38 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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