Ein Berufsstand sucht neue Perspektiven
Prognose: unsicher! Auf diesen Begriff lassen sich die derzeitigen Aussichten der Apotheken reduzieren. Eine systematische Selbstanalyse ermöglicht es, die individuelle Situation zutreffend einzuordnen, Wunschziele auf Realisierbarkeit hin abzuklopfen und Unzufriedenheiten zu objektivieren. Unser Autor, Dr. Reinhard Herzog, zeigt, wie man dabei am besten vorgeht und wie sich das eigene Standing im Hinblick auf die Zukunft einschätzen lässt.
Archiv Springer Gup
Kaum ein Berufsstand ist im Hinblick auf seine Zukunft jemals so lange in der Schwebe gehalten worden. Alle Beteiligten tragen ihren Teil dazu bei, dass es nicht recht vor oder zurück geht. Militärisch würde man dies als einen Grabenkrieg mit festgefahrenen Frontverläufen beschreiben – und sich häufenden Durchbrüchen. Dabei stellt sich ernsthaft die Frage, wie lange das noch so weitergehen soll. Zumal die Konsequenzen dieser Situation von erheblicher Tragweite sind: Nicht wenige, jüngere Kollegen stimmen - ähnlich wie viele Ärzte - zunehmend mit den Füßen ab und ziehen ins Ausland. Oder sie ergreifen erst gar nicht den Beruf des Offizinapothekers, sondern orientieren sich in Nachbarbereichen und -branchen. Andere wiederum resignieren, sitzen ihren Mietvertrag oder ihre Rente aus: „Für mich wird es wohl noch reichen“.
Wer robuster gestrickt ist und sich womöglich nicht groß um die aktuellen Diskussionen schert, wird sich dagegen vielleicht gar nicht erst von seinen Zielen ablenken lassen. Unbeirrt geht er seinen Weg - mit der Einstellung: Falls es zu größeren Verwerfungen kommt, wird man eben sehen, wie es weiter geht. Ansonsten ist der Gewinn auf seiner Seite.
Dr. Reinhard Herzog (heilpharm.andmore@t-online.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 06/2008 auf Seite 38 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
