Sonnenschutz: Studie liefert Beratungsargumente

Mit Beginn des Hochsommers steht das Thema Sonnenschutz weiterhin im Beratungs-Fokus der Apotheke. Eine aktuelle klinische Studie liefert hierzu relevante Hintergrundinformationen, die das Apothekenteam auch an seine Kunden weitergeben kann: Die Studie zeigt für ein liposomales Sonnenschutzprodukt, dass es das Risiko des hellen Hautkrebses minimieren kann.

Foto: fotolia

Dermatologen schlagen Alarm. Jährlich sterben rund 2300 Menschen in der Bundesrepublik an malignen Melanomen. Auch die Zahl der Patienten mit hellem Hautkrebs hat bedenklich zugenommen. Diese Krebserkrankung, Aktinische Keratosen als Vorstufe von Plattenepithelkarzinomen, Plattenepithelkarzinome selbst sowie Basalzellkarzinome zählen in Deutschland zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen.

Als Folge langjähriger UV-Exposition entwickeln sie sich auf stark dem Sonnenlicht ausgesetzten Hautarealen wie Gesicht, Nacken, Handrücken und Unterarmen. Besonders gefährdet sind Personen vom Hauttyp I und II, die kaum über Pigmente verfügen und deren Haut sich nicht oder nur wenig bräunt. Auch immunsupprimierte Patienten haben ein erhöhtes Risiko.

Studie an Hochrisikopatienten

Das HautTumorCentrum der Berliner Charité untersuchte an 60 Patienten mit Organtransplantationen, in welchem Umfang Sonnenschutzprodukte Hochrisikopatienten vor hellem Hautkrebs schützen können. Weil diese Patientengruppe, bedingt durch die Einnahme von immunsupprimierenden Medikamenten, häufig mit Hautproblemen wie Seborrhö oder Akne zu kämpfen hat, wurde im Rahmen einer Vorstudie zunächst die kosmetische Akzeptanz verschiedener Sonnenschutzpräparate mit LSF 50plus und hohem UVA-Schutz ermittelt. Neun von zwölf zufällig ausgewählten Studienteilnehmern bevorzugten dabei aus einer vorgegebenen Gruppe von fünf Präparaten ein liposomales Produkt.

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Zu Beginn der auf zwei Jahre angelegten randomisierten kontrollierten Studie wurden alle Teilnehmer zunächst ausführlich im Umgang mit Lichtschutzmitteln geschult. Die Teilnehmer der Placebo-Gruppe bekamen anschließend die Auflage, sich mit Sonnencremes ihrer Wahl zu schützen.

Die Probanden der Verum-Gruppe wurden mit dem liposomalen Sonnenschutz versorgt. Am Morgen, bevor sie außer Haus gingen, mussten sie zwei Millimeter Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut auf sonnenexponierte Hautbezirke auftragen und dies in einem Tagebuch dokumentieren. Alle Studienteilnehmer unterzogen sich zudem regelmäßig einem Hautkrebs-Screening in der Klinik.

Am Ende der zweijährigen Studie war bei den Patienten der Placebogruppe die Zahl der Aktinischen Keratosen um 38 Prozent angestiegen. Acht neue Plattenepithel- und neun neue Basalzellkarzinome wurden diagnostiziert. Die Patienten der Verum-Gruppe zeigten dagegen keinen Anstieg der gezählten Läsionen von Aktinischen Keratosen.

Es wurde auch keine Zunahme der Gesamtzahl von Plattenepithelkarzinomen beobachtet. Zwei neue Fälle von Basalzellkarzinomen überraschten nicht, da bei dieser hellen Hautkrebsvariante neben Sonnenlicht auch genetische Komponenten eine Rolle spielen

Stefanie Fastnacht (s.fastnacht@vff.uni-frankfurt.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07-08/2008 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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