Mundhygiene: Wachsendes Pflegebewusstsein
Der Tag der Zahngesundheit bietet Apotheken alljährlich einen probaten Anlass, neben ihrem Mundhygienesortiment auch ihre Beratungskompetenz auf diesem Gebiet herauszustellen. Wichtig ist dies nicht nur deshalb, weil sich – demografisch bedingt – die Zielgruppen für Mundhygieneprodukte wandeln; zu wandeln scheint sich auch das Konzept mancher Mitbewerber.
Zunächst gibt es vor allem gute Nachrichten in Sachen Mundgesundheit: Die vierte deutsche Mundhygienestudie (DMS IV) zeigt, dass es um die Zähne der Deutschen immer besser bestellt ist. Dies gilt sowohl für Kinder und Jugendliche – beispielsweise sind 70 Prozent der Zwölfjährigen kariesfrei – als auch für die Älteren: Erwachsene und Senioren behalten immer länger ihre eigenen Zähne. Als Grund für diesen Erfolg sehen die Initiatoren der Studie neben einer besseren zahnärztlichen Versorgung auch ein gestiegenes Prophylaxe-Bewusstsein der Verbraucher.
Noch Luft im Markt
Die wachsende Freude am Zähneputzen spiegelt sich auch in den Marktdaten wider. Mit einem Zuwachs von 6,3 Prozentpunkten im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr weist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW) die Zahn- und Mundpflegemittel abermals als viertstärksten Teilmarkt im Bereich der Körperpflegemittel aus. Bei gut 1,3 Milliarden Euro (zu Endverbraucherpreisen) lag das Marktvolumen im Jahr 2007.
Eine stolze Summe, die allerdings in der Hauptsache die Kassen von Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriemärkten klingeln lässt. Die wiederum sind, zusammen mit den Herstellern, längst nach allen Regeln der (Marketing-)Kunst darum bemüht, ihren Stand weiter auszubauen.
Ausgefeiltes Category Management am Point of Sale ist im Handel Standard, eine permanente Ausweitung des Sortiments auch. Daneben haben Lebensmittelhändler und Drogisten ebenfalls Aktionen als wichtiges Marketinginstrument dafür entdeckt, die Verbraucher am PoS zu erreichen. Und so nutzen längst auch die Mitbewerber der Apotheke den Tag der Zahngesundheit, der alljährlich am 25. September stattfindet, um für das Sortiment rund um Zähne und Zahnfleisch zu trommeln.
Kein Wunder – Experten vermuten nach wie vor Potenzial im Markt. Als Gründe dafür sehen sie nicht nur das gestiegene Prophylaxe-Bewusstsein und die Tatsache, dass die sinkenden Leistungen der Krankenkassen zur Individualprophylaxe motivieren. Hoffnungsfroh stimmen Marktkenner vor allem zwei Fakten: Nach wie vor wird, so zeigen die Marktdaten, offenbar zu wenig geputzt. Und: Der demografische Wandel beeinflusst auch die Zielgruppen für Mundhygiene – und deren Ansprache.
Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 09/2008 auf Seite 26 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
