Vor Ort: Apotheke in Porta Westfalica zeigt Mut zum Risiko

Mit seiner Filialapotheke wollte Apotheker Ralf-Peter Brand etwas Ungewöhnliches schaffen – sowohl im Aussehen als auch im Konzept. Die Orientierung am Umfeld bot sich an: Die Brandsche Apotheke in Porta Westfalica profitiert von der Nähe zum Klinikum und zum nahen Einkaufszentrum Barkhausen. Und hat sich neben Schwerstkranken auch Menschen als Hauptzielgruppe gewählt, die auf der Suche nach Wellness sind.

Bei seiner Filialgründung hatte Apotheker Ralf-Peter Brand nicht zuletzt ein Ziel: Er wollte keine „typische“ Apotheke. Das potenzielle Kundenumfeld und die Lage der Anfang Mai diesen Jahres eröffneten Brandschen Apotheke in Porta Westfalica (die Erstapotheke liegt in Minden) flossen gezielt auch in die architektonische Planung ein; die Marketingstrategie fokussiert nicht nur Patienten und Schwerstkranke als Zielgruppen, sondern auch Menschen, die etwas für ihr Wohlbefinden tun wollen.

In der Schlussfolgerung entstand ein außergewöhnliches Konzept: ein harmonisches und ausgefeiltes Apothekenambiente, das sich mit einem Spezial-Angebot thematisch an den Schönheitsbewussten wendet.

Eine Frage des Standorts

Die neu eröffnete Brandsche Apotheke befindet sich in einem Zentrum für Gesundheitsleistungen in Porta Westfalica. Die Außenansicht dieses Neubaus zeichnet sich durch eine u-förmige Architektur aus. Auffallend an dem mehrstöckigen Gebäude, das über eine Gesamtnutzfläche von stolzen 5000 Quadratmetern verfügt, ist die Fassade: Zwei Drittel des Neubaus werden von einem dezenten Rot beherrscht, nur der Abschluss zum Dach hin erstrahlt in Cremeweiß. Beide Farben unterstützen in Verbindung mit der großen Schaufensterfront die Gebäudefernwirkung.

„Das Medizinische Zentrum ist angetreten, in einem modernden Ambiente den Patienten eine optimale Gesundheitsversorgung anzubieten. Dazu gehört eine fachübergreifende Kooperation aller Beteiligten, sowohl der Ärzte wie auch aller Dienstleister im Haus“, formuliert es Apotheker Ralf-Peter Brand.

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Und erläutert zugleich seine Aufgabe: „Als Apotheke bilden wir dabei eine wichtige Nahtstelle zwischen Patienten und Ärzten. Die Basis unserer Versorgung liegt in einem zielgerichteten und breit gefächerten Warenlager, welches nicht nur die Verschreibungs- und Empfehlungsgewohnheiten der Mediziner im Haus berücksichtigt“.

Die Umgebung als prägender Faktor

„Wegen der großen Gebäudefläche war es möglich, die Apotheke mit einer Gesamtfläche von 270 Quadratmetern zu konzipieren“, erklärt die Dorstner Innenarchitektin Renate Hawig, die den Innenausbau realisierte. Die Planung begann bereits im Februar 2006. Und sie nahm die geografische Lage als Ansatz: Der Standort ist bestens gerüstet für Arztpraxen, Sanitätshaus und die Ansprüche, die aus dem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Klinikum resultieren.

Hinzu kommen die günstigen Verkehrsanbindungen. Wichtige Bundesstraßen und der Weserauentunnel liegen quasi vor der Haustüre, das Parkplatzangebot kann sich sehen lassen – beides ist Voraussetzung dafür, dass die Apotheke eine noch breitere Kundengruppe anspricht.

Und: Gerade diese positiven Faktoren haben einen enormen Einfluss auf die Konzeption und den Stellenwert einer Apotheke. „Da wurde einem der Bau eines Autoschalters für Berufspendler und den ‚eiligen’ Kunden nahezu aufgezwungen“, schwärmt Hawig von der impulsgebenden Zusammenarbeit mit dem Apotheker. „Die Filiale lebt nicht nur vom guten Standort und dem gegenüberliegenden Klinikum. Durch das große Gewerbegebiet hier in Ostwestfalen haben wir ein enormes Fahrzeugaufkommen“, ergänzt Apotheker Brand.

Er hat sich, dem entsprechend, auf die veränderten Bedürfnisse seiner Kunden eingestellt und einen Autoschalter eingerichtet – ähnlich wie bei den Fastfood-Ketten. Ganz nach dem Motto: Wer eine moderne, mobile Zielgruppe anvisiert, muss investieren. Ob jüngere oder ältere Kunden – viele schätzen es mittlerweile, ihre Produkte auch außerhalb der Geschäftszeiten zu bekommen. Wer seine Marketingstrategie darauf ausrichtet, fördert auch den Umsatz.

In der Brandschen Apotheke können deshalb die bestellten Medikamente in so genannten Codefächern deponiert und später dann von den Kunden abgeholt werden. Für die Zukunft ist ein „Visàvia“ geplant. Das rund um die Uhr installierte Versorgungssystem lässt eine Beratung zu, da eine Kamera den Blickkontakt zum Apotheker herstellt. Dafür wurde schon einmal ein vorgerüstetes Element an der Fassade eingebracht, um nachträglich den vom Straßenschalter gespeisten Automaten zu installieren.

Carmen Groschwitz (c.groschwitz@t-online.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 09/2008 auf Seite 34 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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