Expopharm 2008: Kontaktbörse in turbulenten Zeiten
Mehr als 24 000 Quadratmeter Fläche müssen erst einmal „bespielt werden“! Auf der diesjährigen Expopharm übernahmen diese Aufgabe mehr als 500 Aussteller, die sich mit Neuheiten und Seminaren präsentierten. Über die pharmazeutische Ausstellung hinaus aber gilt die Expopharm von jeher als Kontaktplattform für Fachbesucher. Hier ein erster Rückblick auf das Messegeschehen.
Die Themen, die die Ausstellungsbesucher an den Ständen und in den Gängen diskutierten, waren durchaus auch vom zeitgleich stattfindenden Apothekertag geprägt: vom Chaos der Rabattverträge ebenso wie von den Problemen, die Pick-up-Stellen der Individualapotheke bereiten und natürlich vom bevorstehenden EuGH-Urteil in Luxemburg und dessen Einfluss auf die Marktöffnung im Apothekenbereich.
So drastische Überlegungen, wie die von Peter Vollmer, wurden dabei allerdings eher selten angestellt: Der Kölner Kabarettist, der die Verleihung des Expopharm Medienpreises moderierte, spielte in Gedanken durch, dass auch ein großes Schwedisches Möbelhaus einen liberalisierten Apothekenmarkt für sich nutzen könnte – beispielsweise mit dem Angebot einer bereits gut gefüllten Hausapotheke aus Fichtenholz, frei nach dem Motto „Schraubst Du noch oder schluckst Du schon?“ …
Rückblick – Teil eins
Etliche Aussteller gingen gezielt auf die aktuelle Situation der Apotheken ein – in der Ansprache der Messebesucher, aber auch in Seminaren oder in Pressegesprächen und Stellungnahmen aus Anlass der Expopharm. APOTHEKE + MARKETING fasst in einem ersten Überblick einige Beispiele zusammen. Weitere Informationen dazu gibt die Novemberausgabe.
Anzag: keine eigenen Apotheken in Deutschland geplant
Anzag-Chef Thomas Trümper erklärte anlässlich der Expopharm, man plane nicht, in Deutschland eine Apothekenkette zu betreiben. Im Ausland dagegen sei ein Vorstoß im Apothekenmarkt durchaus denkbar. Im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich der Messe erklärte Trümper zudem, dass das Unternehmen mit dem Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr nicht zufrieden sei.
Das Ergebnis sei „schlecht“ gewesen und könne so auch „nicht bleiben“. Hoffnungen mache sich der Großhändler denn auch mit seinem Engagement in den ost- und südosteuropäischen Nachbarstaaten. So hatte die Anzag bereits im Juli die Mehrheit an einem pharmazeutischen Großhändler in Litauen übernommen.
Redaktion
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 10/2008 auf Seite 24 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
