IMS-Daten: OTC-Markt weiter rückläufig
Nachdem der Markt der OTC-Arznei- und Nichtarzneimittel bereits im ersten Halbjahr 2008 ein Minus von knapp zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr aufwies, setzte sich diese leicht negative Tendenz auch im Juli fort. Für sich gesehen war der Juli mit einem Minus von 1,7 Prozentpunkten jedoch nicht so schwach wie der Juni mit minus 5,4 Prozentpunkten.
Insgesamt 1,8 Prozentpunkte hatte der OTC-Bereich in den Apotheken von Januar bis inkl. Juli 2008 gegenüber dem Vorjahr verloren. Nachdem sich der Juni mit einem Minus von insgesamt 5,4 Prozentpunkten besonders umsatzschwach gezeigt hatte, gab sich der Juli mit Verlusten von 1,7 Prozent nach Auffassung der Marktforscher schon wieder „relativ normal“. Dabei bewegen sich die Rückgänge bei den Verordnungen wie im Bereich der Selbstmedikation mit minus 1,8 bzw. minus 1,6 Prozentpunkten auf ähnlichem Niveau.
Magere Umsätze mit Heuschnupfenmitteln
Einen wesentlichen Grund für die Umsatzrückgänge im OTC-Markt sehen die Experten in der in diesem Jahr schwach ausgeprägten Heuschnupfensaison. Schon in den Monaten März und April lagen die Umsätze für allgemein antiallergische Produkte fast 40 bzw. mehr als 50 Prozentpunkte unter denen des Vorjahres.
Insgesamt hat sich der Markt der Heuschnupfenmittel elf Prozent unter Vorjahr entwickelt. Im vergleichsweise kalten April hatten die Allergiker in diesem Jahr noch nicht mit Frühblühern zu kämpfen, und die Nachfrage nach Antiallergika und topischen Antihistaminika war entsprechend gering. Zwar zog im Mai und Juni der Umsatz der Heuschnupfenprodukte an; insgesamt lag er im ersten halben Jahr jedoch mit minus 13 Prozent deutlich unter Vorjahr.
Ähnlich trübe sah es im Bereich der Schmerzmittel aus. Hier konnten sich nur die Produkte für die gesunde Gelenkfunktion und die Schmerzmittel für Kinder mit hohen einstelligen Wachstumsraten positiv entwickeln.
An der Vorsorge wird gespart
Die allgemein zu beobachtende Zurückhaltung der Konsumenten in ihrem Einkaufsverhalten macht sich nach Auffassung der Forscher auch in Märkten mit Produkten wie Vitaminen und Mineralstoffen, Herzkreislaufmitteln, Beruhigungs- und Schlafmitteln bemerkbar.
Redaktion, Quelle: IMS OTC® Report/IMS® GesundheitsMittelStudie (GMS) Apotheke
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 10/2008 auf Seite 30 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
