Sortimente: Produkte zur Stimmungsaufhellung

Marketingmaßnahmen dienen u. a. dazu, ein Sortiment in den Fokus der Verbraucher zu rücken. Zugleich bauen sie Kunden eine "Brücke" zum Gespräch: Sie senken deren Hemmschwelle, Probleme gegenüber dem Apothekenteam zu formulieren. Der Sortimentsbereich Stimmungsaufheller liefert dafür ein Beispiel - und zeigt, dass "Marketing" immer auch kompetente Beratung beinhaltet.

Wer sein Schaufenster zum Thema Stimmungsaufhellung dekoriert, setzt damit eine Reihe von Signalen: die Botschaft, dass Stimmungsschwankungen jeden Menschen treffen können und keineswegs ein Tabuthema sind, den Hinweis, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, selbst aktiv zu werden und die Apotheke hier Präparate zur Selbstmedikation empfehlen kann.

Das Thema aus der Tabuzone holen

Ein derartiges Signal im Schaufenster sorgt natürlich vor allem für hohe Außenwirkung. Andere Marketingmaßnahmen dagegen sprechen vor allem die Kunden in der Apotheke an. Dazu gehört die Platzierung von Produkten gegen leichte bis mittelschwere Depressionen in der Sichtwahl, gehören Plakate in der Offizin, die auf die Beratung hinweisen sowie Handzettel oder Infobroschüren, die Kunden über Medikationsmöglichkeiten informieren und ihnen weitere Tipps geben.

Der Apothekenalltag zeigt, wie wichtig diese Signalwirkung für betroffene Kunden ist. Wer unter Stimmungsschwankungen leidet, sich zeitweise niedergeschlagen oder traurig fühlt, dem fällt es oftmals schwer, darüber zu sprechen. Auch in Zeiten, da TV-Werbung oder Anzeigen das Thema aufgreifen, ist es immer noch mit einem Tabu belegt.

Dabei gehören depressive Verstimmungen in Verbindung mit psychovegetativen Störungen zu den weit verbreiteten Beschwerdebildern. Kein Wunder, möchte man meinen: Als Ursachen gelten Leistungsdruck, Stress oder Überforderung, Einsamkeit oder auch hormonelle Veränderungen, wie sie bei Frauen u. a. in den Wechseljahren oder prämenstruell auftreten.

Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer-gup.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 11/2008 auf Seite 26 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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