Management by Feedback: Die selbstgesteuerte Apotheke
„Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital!“ Diese Aussage gehört nicht zu den neuesten, dennoch ist sie aktueller denn je. Eine lebendige Mitarbeiterorientierung in Apotheken ist an vielen Punkten spür- und erlebbar. Mitarbeiter können dann begeistert sein, Spaß an der Arbeit haben, mehr leisten als sie müssen – und auch auf Kunden springt dieser Funke über. Gelebte Mitarbeiterorientierung ist im Grunde simpel und zugleich äußerst anspruchsvoll.
Die Arbeitswelt ist einem ständigen Wandel unterworfen. Aktuell spüren wir die Auswirkungen von externen Einflussfaktoren aus den Finanzmärkten sehr stark. Manche meinen, alles werde nun anders und kein Stein werde auf dem anderen bleiben. Jede Umbruchsituation birgt naturgemäß eine riesige Chance für Veränderung und kann zur gewollten Weiterentwicklung von Organisationen genutzt werden. Doch wie in allen anderen Bereichen hat auch die wirtschaftliche Entwicklung sehr viel mit Menschen und Psychologie zu tun. Das, was man erwartet, wird auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreffen – die „Self-fullfilling-prophecy“ kennen wir alle.
Ich kann, will und darf…
Umbruchsituationen nutzen
Gerade in Umbruchzeiten ist es wichtig, sich eine positive Zukunft vorzustellen und sich dementsprechend konstruktiv weiterzuentwickeln. Verkehrt wäre es, gerade jetzt in alte Vorstellungen von der „Rolle des Arbeitnehmers“ zurückzufallen – frei nach dem Motto: „Mitarbeiter sollen doch froh sein, dass sie überhaupt noch einen Job haben.“ Unternehmen, die die aktuell schwierige Situation dazu nutzen, sorgsam und überlegt vorzugehen und ihre guten Mitarbeiter zu halten, stellen jetzt die Weichen für den Erfolg in der Zukunft.
Umbruchsituationen führen immer dazu, dass Beteiligte höher involviert sind und sie alles, was sie wahrnehmen und erleben, tiefer verarbeiten und länger speichern. Mit anderen Worten: Gerade jetzt ist die Zeit, bei Mitarbeitern zu punkten und gemeinsam eine noch erfolgreichere Zukunft für die Apotheke aufzubauen.
Das neue Bild vom Mitarbeiter
Das Bild von Arbeitnehmern hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Beginnend mit der „Humanisierung der Arbeitswelt“ hat diese Entwicklung dazu geführt, dass Arbeit nicht nur dazu dient, einerseits den Lebensunterhalt zu verdienen und andererseits die Arbeitenden durch ein Gehalt für die erbrachte Arbeitsleistung – oder anders formuliert für das „Arbeitsleid“ – zu entschädigen. Vielmehr geht es darum, an das Gehalt als Anreiz „von außen“ auch die Motivation der Mitarbeiter „von innen“ zu koppeln.
Arbeit soll auch Freude bereiten und Spaß machen! Gerade in Dienstleistungsberufen mit Kundenkontakt ist dies ein wesentlicher Aspekt. Kunden spüren, wenn Mitarbeiter keine Freude am Umgang mit ihnen haben – und kein Verhaltenstraining kann dies wegkonditionieren.
Dr. Thomas Angerer (angerer@das-irm.at)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07/2009 auf Seite 18 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
