Der Vertrauensbonus
Die Branche wird sich daran gewöhnen müssen: Das Interesse der Medien an der Art und Weise, wie Apothekerinnen und Apotheker ihre Funktion als kompetente Heilberufler ausfüllen, dürfte in Zukunft zunehmen. (Ob das journalistische Interesse womöglich ein wenig von außen geschürt wird, ist dabei ein Thema für sich.)
Nach arg bemühten – und mit Schwächen beladenen – Testkäufen im TV hat die Enthüllungsjournaille ihre Spielweise jedoch verfeinert. Stichwort „Stückelung“. Falls so mancher ertappte Apotheker im Vorfeld tatsächlich „kriminelle Energie“ an den Tag gelegt haben sollte, wiegt sein Verhalten doppelt schwer. Nicht nur des Vergehens wegen, sondern in hohem Maße auch im Hinblick auf den Imageschaden, den er seinem Berufsstand zufügt.
Denn der steht gut da im Ansehen der Bevölkerung. Wie eine repräsentative Umfrage der „Apotheken Umschau“ zeigt, finden acht von zehn befragten rund 2000 Bundesbürgern die Entscheidung des EuGH gut und fast ebenso viele sind davon überzeugt, dass ein unabhängiger Apotheker sich sehr viel engagierter um seine Kunden kümmert als ein angestellter Apotheker einer Apothekenkette.
Und weiter: Mehr als 73 Prozent vertrauen der Beratung eines selbstständigen Apothekers eher als der eines Angestellten einer Kette. Das ist doch was. Dieses Vertrauen, das Basis für Kundenbindung ist, gilt es zu stärken. Denn die Nähe zum Kunden ist eben auch Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg einer Apotheke. Das Titelthema in dieser Ausgabe widmet sich deshalb der Frage, wie Apotheken Kundennähe „leben“ können – und zeigt mit einer Vielzahl von praktischen Tipps ganz konkret auf, wo Apotheken im Alltag ansetzen können. Am besten sofort. Denn – siehe oben.
Herzlichst
Gabi Kannamüller
Chefredakteurin (am-redaktion@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 08/2009 auf Seite 3 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
