KHK – das Herz wird eng
Die koronare Herzkrankheit kann sich – ausgelöst durch privaten oder beruflichen Stress – in Angina-pectoris-Anfällen oder Herz-Rhythmus-Störungen äußern. Patienten, die mit dieser Diagnose in die Apotheke kommen, sind durch ihre Krankheit häufig emotional stark belastet und machen sich Sorgen. Eine ausführliche Beratung in der Apotheke kann hier sehr hilfreich und beruhigend sein.
Frau Berthold, eine stattliche Frau Ende vierzig, berufstätig, kommt mit einer Verordnung in die Apotheke. Sie ist Stammkundin und hat eine Kundenkarte. Frau Bach, PTA, begrüßt sie freundlich lächelnd: „Guten Tag, Frau Berthold, was führt Sie heute zu uns?“
Die Kundin erwidert aufgeregt: „Ach, Frau Bach, im Moment kommt es ganz dick bei mir, ich hatte gestern einen starken Schmerz im Brustbereich und bin heute sofort zum Arzt gegangen. Er hat mich gründlich untersucht und meint, das sei vermutlich ein Angina-pectoris-Anfall gewesen. Er hat mir hier ein Spray verschrieben, das ich in Zukunft bei mir tragen soll, falls so ein Anfall sich wiederholt. Gerade jetzt, wo wir in der Firma so viel zu tun haben und ich meine Scheidung noch nicht ganz abgeschlossen habe.
Die Empfehlung
Frau Bach zeigt Verständnis: „Da müssen Sie im Moment wirklich viel aushalten. Möglichweise war das sogar ein Signal Ihres Körpers, das auf die Überbelastung hinweist. Dieses Spray bringt Ihnen künftig sofort Erleichterung, wenn Sie wieder solche Beschwerden spüren. Ihr Arzt hat Ihnen noch ein weiteres Medikament verordnet, gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel. In Ihrer Kundendatei sehe ich, dass dies auch eine Neuverordnung ist. Ich schaue eben im Computer nach, was Ihre Kasse für Sie vorgesehen hat.“
Damit wendet sich Frau Bach dem Computer zu und überprüft die Rabattverträge. Sie fordert die Medikamente im Kommissionierer an und bringt sie zu ihrer Kundin: „Hier habe ich das Nitro-Spray für Sie; es bewirkt, dass sich die Gefäße an Ihrem Herzen weiten und der Schmerz aufhört. Das Simvastatin senkt Ihren Cholesterinspiegel. Was hat der Arzt Ihnen zu Ihren Medikamenten gesagt?“
„Ich soll von dem Spray im Notfall zwei Hübe nehmen und von den Tabletten immer abends eine.“ Frau Bach ergänzt: „Das Spray wirkt sehr schnell, schon innerhalb von ein bis zwei Minuten. Bitte sprühen Sie es im Abstand von 30 Sekunden unter die Zunge und halten kurz den Atem an. Nicht inhalieren. Es bewirkt auch, dass Ihr Blutdruck sinkt. Benutzen Sie es nur im Notfall und bewahren Sie es nicht über 25 Grad auf.“
Dr. Lieselotte Hartmann (l.hartmann@redline-seminare.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 08/2009 auf Seite 14 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
