Darlehensverlängerungen: Nicht auf die lange Bank schieben
Vor allem Apotheker, die das Betriebsgebäude mit einem langfristigen Immobiliendarlehen finanziert haben, bekommen die – zumindest bei einer Reihe von Banken – restriktiveren Kreditvergaben zu spüren. Verhandlungen über die Verlängerung solcher Kredite, deren Zinsbindung in den kommenden Monaten ausläuft und verlängert werden muss, sollten nicht auf die sprichwörtlich „lange Bank“ geschoben werden.
Zurzeit ist es längst nicht mehr bei allen Banken selbstverständlich, dass Darlehen nach Ablauf der jeweiligen Zinsbindung mehr oder weniger problemlos verlängert werden. So erwarten viele Kreditgeber zum einen zunehmend mehr Informationen zur wirtschaftlichen Situation der Apotheke.
Zum anderen scheint sich vor allem der Bearbeitungszeitraum bis zu einer Zusage oder Ablehnung zu verlängern. Apotheker sollten also nicht auf ein mögliches Angebot ihrer Bank warten, sondern den entsprechenden zeitlichen Ablauf selbst sorgfältig planen.
Rechtzeitig planen
Zu einer solchen Planung, die je nach Umfang bereits etwa zwei Monate vor dem Verlängerungstermin beginnen sollte, gehört vor allem die realistische Einschätzung der zukünftigen Liquiditätslage der Apotheke – und der damit verbundenen Höhe von Zins- und Tilgungsraten. Möglicherweise bietet sich zum Ablauftermin eine Teilrückzahlung des Darlehensbetrages an, so dass sich die Kapitalkosten entsprechend verringern. Die Restlaufzeit des Kredites und die Höhe der zukünftigen Tilgungsraten sollten bei den einzuholenden Angeboten ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Zins- und Tilgungspläne berechnen
Sowohl Banken als auch Versicherungsunternehmen als wichtige Kreditgeber können die Auswirkungen unterschiedlicher Tilgungsraten auf die zukünftige Kreditlaufzeit durch die Darstellung konkreter Berechnungsbeispiele problemlos ermitteln. Das gilt auch für unterschiedliche Restlaufzeiten: Ist der Kreditnehmer je nach persönlicher Zinseinschätzung beispielsweise an einer zukünftigen Laufzeitenaufteilung des Restdarlehens zwischen fünf und zehn Jahren und den damit verbundenen unterschiedlichen Zinssätzen interessiert, sind auch diese finanziellen Auswirkungen durch übersichtliche Zins- und Tilgungspläne schnell erkennbar.
Derart strategische Überlegungen sind ebenso sinnvoll wie der Vergleich der zukünftigen effektiven Zinssätze. Je nach Dauer der Zinsbindung können im Laufe der Jahre durchaus fünfstellige Beträge zusammen kommen, die sich bei professioneller Planung und sorgfältigen Vergleichen einsparen lassen.
Michael Vetter (vetter-finanz@t-online.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 08/2009 auf Seite 34 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
