Zertifizierte Fortbildung: Antiepileptikum Lacosamid

Pharmakoökonomische Aspekte

Epilepsieerkrankungen lassen allein durch ihre Häufigkeit einen hohen Ressourcenverbrauch  im Gesundheitssystem erwarten. Um für die Zukunft eine gute Therapiequalität  gewährleisten zu können, ist es unabdingbar geworden, ökonomische Betrachtungen  für die Therapieentscheidungen miteinzubeziehen.

In die Berechnung der Krankheitskosten der Epilepsie gehen als die drei Komponenten direkte, indirekte und intangible Kosten ein. Dabei sind die direkten Kosten für die medikamentöse Therapie sowie für Leistungen des ambulanten und stationären Sektors die offensichtlichsten und am leichtesten zu ermittelnden.

Laut verschiedener pharmakoökonomischer Studien liegen diese für Europa im Durchschnitt zwischen 2500 und 4000 Euro pro Jahr und Patient. Der weitaus größere Anteil der Gesamtkosten entfällt jedoch auf indirekte Kosten, welche u. a. durch Frühberentung oder Arbeitsausfall aufgrund der Erkrankung entstehen. Diese machen 55 bis 64 Prozent der Gesamtkosten aus.

Darüber hinaus existieren intangible Kosten durch Befindlichkeitsstörungen bei den Patienten und ihren Angehörigen aufgrund somatischer, mentaler, psychischer und sozialer Faktoren. Diese sind am schwierigsten transparent zu machen und zu bewerten. Insgesamt lassen sich die durchschnittlichen jährlichen Gesamtkosten für einen Epilepsiepatienten auf ca. 8500 bis 10 000 Euro schätzen.

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Im Vergleich mit den Kosten für andere chronische neurologische Erkrankungen, wie Morbus Parkinson (ca. 20 000 Euro pro Jahr und Patient) oder Morbus Alzheimer (ca. 35 000 Euro pro Jahr und Patient), fallen diese zwar noch gering aus, ergeben jedoch über alle Erkrankten in Deutschland allein einen Betrag von 3,8 bis 4,9 Milliarden Euro.

Pharmazeutische Technologie

Als Darreichungsformen stehen Filmtabletten mit 50, 100, 150 und 200 Milligramm, ein Sirup (15 mg/ml) und eine Infusionslösung (10 mg/ml) zur Verfügung. Der Sirup hat eine Haltbarkeit von zwei Jahren und ist nach dem Öffnen innerhalb von vier Wochen aufzubrauchen. Die Lagerung sollte nicht über 30 °C erfolgen. Die Infusionslösung wird als 20-ml-Durchstechflasche in den Verkehr gebracht. Bei einer Aufbewahrungstemperatur von höchstens 25 °C beträgt die Haltbarkeit drei Jahre.

Das Arzneimittel ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Eine verdünnte gebrauchsfertige Zubereitung sollte aus mikrobiologischer Sicht sofort verwendet werden, dennoch konnte eine chemische und physikalische Stabilität des Präparats für bestimmte Verdünnungsmittel über 24 Stunden bei Temperaturen bis 25 °C nachgewiesen werden.

*Fertigarzneimittelname Lacosamid: Vimpat®

Dr. rer. med. Claudia Hübner (huebner_cl@web.de), Quelle: - Fachinformationen Vimpat® 50 Milligramm / 100 Milligramm / 150 Milligramm / 200 Milligramm Filmtabletten, Vimpat® 10 Milligramm/ml Infusionslösung, Vimpat® 15 Milligramm/ml Sirup, Stand August 2008. - European Medicines Agency (EMEA): Europäischer Beurteilungsbericht (EPAR) Vimpat: Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit: EMEA/H/C/863: http://www.emea.euroa.eu. - Dodel, R. et al: Die Kosten der Epilepsie in Deutschland: Gesundheitsökonomische Evaluationen einer chronischen Krankheit. In: Pharmazie in unserer Zeit, Heft 36, 4/2007, S. 298 – 305.

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 08/2009 auf Seite 42 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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