Diabetiker kompetent beraten: Riskante Lebensführung vermeiden
Kunden mit Diabetes mellitus Typ 2 sollten PTA und Apotheker nicht nur genau erklären, welche Medikamente ihnen der Arzt verordnet hat und darauf hinweisen, dass sie diese besonders regelmäßig einnehmen müssen. Vielmehr sollte es im Beratungsgespräch auch darum gehen, in welcher Weise die Patienten durch Änderungen in der Lebensweise ihre Krankheit selber in den Griff bekommen können.
Meta Pohl, Stammkundin in der Löwen-Apotheke, Typ-2-Diabetikerin und übergewichtig, kommt vom Hausarzt, um ein Rezept einzulösen. Der Arzt hat ihr ein sitagliptinhaltiges Medikament verordnet. Sie übergibt das Rezept an die PTA, Frau Schneider, mit den Worten: „Der Doktor war mit meinem Langzeitzuckerwert nicht zufrieden. Deshalb hat er mir zusätzlich ein neues Medikament verordnet.“
Nachdem sie in der Kundendatenbank nachgesehen hat, weiß die PTA, dass der Arzt Frau Pohl bisher Metformin verordnet hat. Außerdem nimmt die Kundin Medikamente gegen hohen Blutdruck und hohe Cholesterinwerte ein. Frau Schneider gibt der Patientin die verordnete Arznei und sagt mit einem freundlichen Lächeln: „Frau Pohl, Ihr Arzt hat Ihnen hier ein relativ neues und gut verträgliches Medikament gegen zu hohe Blutzuckerwerte verordnet.
In Kombination mit Ihrem Metformin greifen die Medikamente Ihren Blutzucker von zwei unterschiedlichen Seiten an und verbessern so die Werte. Was hat er Ihnen denn zur Dosierung und Einnahme gesagt?“ Frau Pohl antwortet: „Ich soll davon jeden Tag eine Tablette einnehmen.“
Die Empfehlung
Frau Schneider nickt und ergänzt: „Die Tablette können Sie unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Das ist anders als bei Ihrem Metformin. Sollten Sie feststellen, dass Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, können Sie diese zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, allerdings sollte pro Tag nie mehr als eine Dosis eingenommen werden.
Wichtig ist auch, dass Sie die Tabletten, genau wie Ihre anderen, ganz regelmäßig einnehmen. Auch bei diesem Medikament ist, wie bei Metformin, kaum ein Risiko für eine Unterzuckerung gegeben. Es kann sein, dass Ihr Magen am Anfang mit Gereiztheit reagiert, das verliert sich aber meist nach kurzer Zeit. Haben Sie noch weitere Fragen zu Ihrem neuen Medikament?“
Nachdem Frau Pohl dies verneint, weist Frau Schneider die Kundin darauf hin, dass sie auch in der Apotheke sowohl den HbA1c- Wert als auch den täglichen Blutzuckerwert messen lassen kann und verabschiedet sie mit guten Wünschen.
Dr. Lieselotte Hartmann (l.hartmann@redline-seminare.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 10/2009 auf Seite 16 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
