Depressive Verstimmungen: Marketing setzt Beratungssignale

Kompetente Beratung ist unverzichtbarer Bestandteil des Marketings – vor allem bei sensiblen Themen. Der Bereich Stimmungsaufheller ist dafür ein Beispiel: Marketingmaßnahmen rücken dieses Sortiment in den Fokus der Verbraucher und schaffen einen Ansatz für Beratungsgespräche – damit es den Kunden leichter fällt, ihre Probleme gegenüber dem Apothekenteam zu formulieren.

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Eine der wichtigsten Botschaften der Apotheke an ihre Kunden dürfte folgende sein: „Wir können Sie zu Ihrem Problem beraten – scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen.“ Bei einigen, durchaus heiklen Themen allerdings bedarf es zusätzlicher nonverbaler Signale. Das Thema depressive Verstimmungen zählt zu diesen Themen, über die Apothekenkunden trotz manchen Leidensdrucks nicht ohne Weiteres Rat und Hilfe suchen.

Das Thema aus der Tabuzone holen
Die Signale, die eine Apotheke hier – etwa durch eine Schaufensterdeko – setzen kann, sind damit umso wichtiger: die Botschaft beispielsweise, dass Stimmungsschwankungen jeden Menschen treffen können und keineswegs ein Tabuthema sind oder der Hinweis, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, selbst aktiv zu werden und die Apotheke Präparate zur Selbstmedikation empfehlen kann.

Neben einer Schaufensterdeko als Signal mit hoher Außenwirkung sprechen andere Maßnahmen vor allem die Kunden in der Apotheke an. Dazu gehört die Platzierung entsprechender Produkte in der Sichtwahl, Plakate, die auf die Beratung hinweisen, sowie Handzettel oder Broschüren, die Kunden über Medikationsmöglichkeiten informieren und ihnen weitere Tipps vermitteln.

Der Apothekenalltag zeigt, wie wichtig diese Signalwirkung für betroffene Kunden ist. Auch wenn depressive Verstimmungen in Verbindung mit psychovegetativen Störungen zu den weit verbreiteten Beschwerdebildern gehören – erst der Selbstmord des Fußballspielers Robert Enke hat dazu geführt, dass offener über das Thema Depressionen diskutiert wird.

Gabi Kannamüller | am-redaktion@springer-gup.de

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 01/2010 auf Seite 29 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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