Chancengleichheit im Beruf: Raus aus der Karrierefalle

Die Apotheke ist weiblich. Frauen stellen den überwiegenden Anteil der Beschäftigten, die Zahl der Apothekenleiterinnen ist beachtlich. Und doch werden sie öffentlich kaum wahrgenommen. Das verwundert jedoch kaum, denn Frauen in Führungspositionen sind auch in Deutschland nach wie vor die Ausnahme. Dabei ist längst nachgewiesen, dass Unternehmen, bei denen auch Frauen in der Führungsebene sitzen, wirtschaftlich deutlich erfolgreicher sind.

© Istockphoto

Die Luft ist dünn für Frauen in Führungsetagen. Mit einem Anteil von durchschnittlich 30 Prozent auf der ersten Führungsebene sind sie in Wirtschaft und Verwaltung, Forschung und Lehre nach wie vor Ausnahmeerscheinungen.

Noch alarmierender sind die Zahlen in den Top-Positionen. Bei Europas größten börsennotierten Unternehmen liegt der Anteil der Vorstandsvorsitzenden gerade mal bei drei Prozent. Das bedeutet: Nur eine von zehn Vorstandsmitgliedern ist eine Frau.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld, trotz Kanzlerin und Familienministerin. Ein Paradox, denn Frauen haben durchschnittlich bessere Abschlüsse an Schule und Universität als ihre männlichen Mitstreiter. Dennoch spiegelt sich ihr hoher Bildungsgrad nicht in ihren beruflichen Positionen wider.

Manche Branchen sind traditionell weiblich

Nach wie vor finden sich Frauen überwiegend in traditionell weiblichen Branchen, in denen sie schlechter eingruppiert sind und deutlich geringere Aufstiegschancen haben. Über die Gründe dafür wird kontrovers diskutiert.

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Sind es männlicher Machterhalt, überholte Rollenbilder, unzureichende Rahmenbedingungen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, oder tragen Frauen gar selbst die Schuld? Die Meinungen gehen weit auseinander. Einig ist man sich jedoch in einem: Über kurz oder lang wird der Arbeitsmarkt auf die bestens ausgebildeten Frauen nicht verzichten können.

Keine Milchmädchenrechnung
Weibliche High Potentials an der viel zitierten „gläsernen Decke“ versauern zu lassen, ist teuer. Das ist das eindeutige Ergebnis einer umfassenden Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach erwirtschaften Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen deutlich mehr Gewinn. Und nicht zu knapp: Um durchschnittlich 53 Prozent steigern Firmen ihre Eigenkapitalrendite, wenn mehr als drei Frauen dem Vorstand angehören.

Bettina Hagen | bettina_hagen@t-online.de

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 01/2010 auf Seite 8 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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