Das Einmaleins der Selbstdarstellung
„In einer deutschen Apotheke erwartet man wirklich alles (…), nur kein Gesundheitserlebnis“. So war es jüngst in einer Medizinkolumne der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Deren Autor hatte an der Fassade einer Apotheke am Kölner Hauptbahnhof nicht nur die Worte „Apotheke“ und „Pharmacie“ vorgefunden sondern, zwischen beiden eingefügt, auch den Begriff „Gesundheitserlebnis“.
Einmal abgesehen davon, dass der Journalist (der zudem Arzt ist) den deutschen Apothekern anscheinend doch recht viel zutraut: In seiner – süffisanten – Bemerkung steckt wohl auch ein Körnchen Wahrheit. Die Bemühungen vieler Apothekerinnen und Apotheker, sich nicht nur als Arzneimittelexperten, sondern auch als Fachleute für Gesundheit zu profilieren, nimmt die Öffentlichkeit offenbar noch nicht recht wahr.
Dies mag im einen oder anderen Fall tatsächlich am mangelnden Profil der Apotheke liegen; vielleicht liegt es aber auch an deren mangelnder Kommunikation. Marketingexperten setzen das Thema Kommunikation von jeher auf einen der vorderen Plätze im Einmaleins des Apothekenmanagements, Seminare und Fachzeitschriften widmen ihm breiten Raum.
Ein wenig zu kurz kommt dabei häufig die Tatsache, dass Kommunikation stets im Kontext mit anderen Marketingaktivitäten gesehen werden sollte. Das Titelthema dieser Ausgabe zeigt deshalb, welche Punkte wesentlich beteiligt sind, wenn Kommunikation ihre Wirkung optimal entfalten soll: Wie hängen kognitive Prozesse und Inhalte zusammen? Wie sollten Botschaften aussehen?
Und schließlich: Wie „verkauft“ sich eine Apotheke? Denn: Dass so manche deutsche Apotheke durchaus Gesundheitserlebnisse bietet, wissen alle, die im Markt unterwegs sind. Sie aber auch „impactstark“ zu kommunizieren – daran lässt sich häufig noch arbeiten.
Herzlichst
Gabi Kannamüller
Chefredakteurin (am-redaktion@springer.com)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2010 auf Seite 3 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
