Vaginalmykose – gut zu heilen

Beschwerden im Intimbereich sind ein Thema, das Frauen wie Männer nicht gern in der Öffentlichkeit diskutieren. Kommen Kunden mit sensiblen Fragen in die Offizin, tun die Apothekenmitarbeiter gut daran, ihnen einen diskreten Rahmen für die Beratung zu bieten – mindestens einen eigenen Tisch, besser eine abgeschirmte Ecke. Auch sollten sie ganz selbstverständlich und unbefangen mit dem Thema umgehen, um Peinlichkeit erst gar nicht aufkommen zu lassen.

© Adam Gregor / fotolia.com

Eine Kundin, Mitte 20, kommt am Freitagabend in die Apotheke und wendet sich an die PTA, Frau Bucher: „Ich hätte gern etwas gegen Juckreiz“. Frau Bucher erkundigt sich: „Benötigen Sie das Mittel selbst?“ Nachdem die Kundin dies bejaht, fragt die PTA weiter: „Da es für unterschiedliche Körperregionen unterschiedliche Produkte gibt, müsste ich wissen, wo genau sich der Juckreiz äußert“.

Die Kundin beugt sich etwas über den HV-Tisch, senkt die Stimme und sagt: „Ich brauche das Mittel für den Intimbereich, seit gestern leide ich dort unter heftigem Jucken“. Frau Bucher erkennt, das hier eine diskrete Beratung erwünscht ist und zieht die Kundin mit den Worten: „Kommen Sie doch bitte mit hierüber, da sind wir ungestört“ vom sehr frequentierten HV-Tisch weg zu einem separaten etwas abseits stehenden Beratungstisch.

Sie erkundigt sich: „Haben Sie außer dem Juckreiz noch andere Beschwerden, oder stellen Sie sonstige Veränderungen fest?“ „Außer einem leichten Brennen spüre ich nichts weiter“, antwortet die Kundin. Frau Bucher erklärt: „Im Intimbereich kann es verschiedene Ursachen für diese Beschwerden geben. Gegen die meisten gibt es Arzneimittel, die schnell helfen. Die häufigsten Erkrankungen in dieser Körperregion sind Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen.

Die bakterielle Infektion wird oft begleitet von einem fischartig riechenden Ausfluss, während eine Pilzinfektion neben dem Juckreiz mit einem krümelig weißen Ausfluss einhergeht.“ „Dann habe ich bestimmt keine Bakterien“, kommentiert die Kundin Frau Buchers Erläuterungen. „Hatten Sie diese Beschwerden schon öfter?“ fragt die PTA weiter.

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Die Empfehlung
Die Kundin erinnert sich an ähnliche Beschwerden im vergangen Jahr. Damals habe sie ein Mittel zur lokalen Anwendung für drei Tage bekommen, und danach waren die Beschwerden verschwunden. Frau Bucher empfiehlt der Kundin daraufhin ein Clotrimazol-Präparat zur Ein-Tages-Therapie: „Hier habe ich etwas sehr Wirkungsvolles und Bewährtes für Sie. Ich erkläre Ihnen die Anwendung. Mit Hilfe des Applikators führen Sie die Tablette tief in die Scheide ein, am besten heute Abend, dann kann sie über Nacht gut wirken.

Für den äußeren Bereich ist in der Kombipackung eine Creme zum Einreiben, bitte wenden Sie die Creme mindestens eine Woche lang an. Cremen Sie den Scheidenbereich bis hin zum After ein bis drei Mal täglich ein. Die Beschwerden klingen in der Regel nach spätestens drei Tagen ab.“

Dr. Lieselotte Hartmann (l.hartmann@redline-seminare.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2010 auf Seite 18 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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