Jahresabschluss 2009: Clever rechnen und sparen
Mit Einführung des „Konjunkturpaket I“ wurden ab 2009 steuerliche Vergünstigungen für Unternehmen geschaffen. Welche Vorteile die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung hat, welche positiven Effekte im Zusammenhang mit dem Investitionsabzugsbetrag und den damit verbundenen Sonderabschreibungen winken und welche Voraussetzungen dafür gelten, fasst dieser Beitrag zusammen.
Die erst im Jahre 2008 abgeschaffte degressive Abschreibung wurde für Investitionen zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Dezember 2010 wieder eingeführt. Die degressive Abschreibung kann in den ersten Jahren nach der Investition zu einer deutlich höheren Abschreibung als die lineare Abschreibung führen und somit zu höheren Steuerersparnissen.
Kriterien für die degressive Abschreibung
Zulässig ist die degressive Abschreibung unter folgenden Voraussetzungen:
- Zu den begünstigten Wirtschaftsgütern gehören bewegliche Gegenstände des betrieblichen Anlagevermögens.
- Die Anlagegegenstände müssen zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Dezember 2010 angeschafft worden sein.
- Die degressive Abschreibung darf nur zeitanteilig als Betriebsausgabe berücksichtigt werden (z. B. Anschaffung im Juni 2009; Abschreibung mit sechs Zwölfteln der Jahresabschreibung).
- Innerhalb der Abschreibungsarten ist ein Wechsel lediglich von der degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung möglich.
- Der Abschreibungssatz beträgt das Zweieinhalbfache des linearen Abschreibungssatzes, höchstens 25 Prozent.
Beispiel: Apotheker Pfiffig erwarb am 9. Januar 2009 einen Kommissionierautomaten mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren für netto 200 000 Euro. Er hat die Wahl zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung. Der Steuerberater des Apothekers stellt eine Vergleichsrechnung auf, um zu entscheiden, welche Abschreibungsart in welchen Bilanzjahren zu wählen ist, um die höchstmögliche Abschreibung für seinen Mandanten zu erreichen.
Die lineare Abschreibung beträgt jedes Jahr lediglich 20 000 Euro (zehn Prozent von 200 000 Euro). Die degressive Abschreibung ist in den ersten Jahren wesentlich höher als die lineare Abschreibung, da sie maximal das 2,5-Fache des linearen Abschreibungssatzes, höchstens jedoch 25 Prozent, betragen darf.
Im fünften Abschreibungsjahr, im Beispielfall also im Jahre 2013, könnte bei entsprechender Gewinnentwicklung Apotheker Pfiffig zur linearen Abschreibung wechseln, weil diese dann höher ausfällt als die degressive Abschreibung. Faustformeln zur degressiven Abschreibung Ob und in welchem Umfang die degressive Abschreibung gegenüber der linearen steuerliche Vorteile bringt, hängt vor allem von der Nutzungsdauer des Anlagengegenstandes ab. Hier kommen zwei Faustformeln in Betracht.
Nelson Cremers (cremers@cremers-partner.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2010 auf Seite 36 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
