Das dritte Erkältungshoch nutzen

Das Erkältungssortiment gilt als zuverlässiger Umsatzbringer für die Apotheke – auch im ersten Quartal des Jahres. Selbst wenn der Frühling dann fast schon in Sicht ist, zeigt sich nach den ersten Erkältungswellen des Winters dann meist ein weiteres Erkältungshoch. Die Apotheke sollte dies für sich nutzen – und die Kunden vor allem mit Kompetenz überzeugen. Denn: Längst wollen Mitbewerber am Umsatz mit Erkältungsprodukten partizipieren.

Trügerisches Frühjahr: Der Übergang vom Erkältungs- zum Heuschnupfensortiment ist nahezu fließend. Und täuscht darüber hinweg, dass Erkältungsmittel in den ersten Monaten des Jahres nicht nur zu den Rennern in der Apotheke gehören, sondern, mehr als das, durchaus als Umsatzretter gelten dürfen.

2009: Erkältungsmittel retten OTC-Bilanz
Wie beispielsweise im vergangenen Jahr: Der Erkältungsmarkt konnte in den Monaten Januar bis März 2009 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus von 11,4 Prozentpunkten verbuchen, der Absatz stieg im gleichen Zeitraum um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diesem hohen Umsatzplus im Erkältungsmarkt schreiben die Marktforscher zu, dass der OTC-Markt in Deutschland im ersten Quartal 2009 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halten konnte und der Absatz um einen Prozentpunkt höher gegenüber dem Vorjahr lag.

Auch der Gesamtumsatz bei Husten- und Erkältungsmitteln zusammen mit den Mitteln für die Atemwege konnte sich in den Monaten Januar bis März 2009 sehen lassen: Mit 492,7 Millionen Euro belegte die Erkältungsrange Platz 1 im Umsatzranking der Arznei- und Nichtarzneimittel (Daten: IMS Health).

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Umsatz folgt den Erkältungswellen
Zwar hat die Tatsache, dass der Umsatz in diesem Produktsegment in hohem Maße vom Wetter abhängt – ein Schicksal, das die Erkältungsprodukte mit den Segmenten Heuschnupfen oder Sonnenschutz teilen – großen Einfluss auf die Umsatzzahlen. Dennoch zeigen sich über die Jahre hinweg Regelmäßigkeiten im Umsatzgeschehen.

So werden den Daten von IMS Health zufolge rund 65 Prozent der Erkältungsprodukte zwischen Oktober und März verkauft, rund 35 Prozent zwischen April und Mai. Dabei, so die Marktforscher weiter, spiele es kaum eine Rolle, ob der Winter relativ warm sei (wie zum Jahreswechsel 2006 auf 2007) oder eine Grippewelle herrsche (wie im Februar und März 2006).

Gabi Kannamüller (am-redaktion@springer.com)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 02/2010 auf Seite 27 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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