Selbstmedikation bei Refluxsymptomen

Pantoprazol war der erste Protonenpumpenhemmer (PPI), der im Jahr 2009 die Zulassung für die Selbstmedikation erhielt. Während bisher nur ein OTC-Präparat (Pantozol Control) am Markt war, steht dem Apotheker nunmehr eine breite Palette rezeptfreier Pantoprazol- Präparate (20 mg/Einzeldosis) zur Verfügung – zugelassen zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei Erwachsenen.

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Refluxsymptome treten auf, wenn saurer Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt und die säureempfindliche Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Je saurer der Mageninhalt und/oder je empfindlicher die Schleimhaut ist, desto stärker sind die Beschwerden.

Der unerwünschte Rückfluss von Mageninhalt erfolgt, wenn der Tonus des Schließmuskels am unteren Speiseröhrenende erniedrigt oder überfordert ist, beispielsweise bei Überfüllung des Magens. Treten dadurch bedingte Beschwerden chronisch auf, spricht die Medizin von einer Refluxkrankheit.

Hauptrolle: ungesunder Lebensstil
Begünstigt wird das Krankheitsbild vor allem durch falsche Essgewohnheiten (zu schnell und zu „üppig“), durch einige Genussmittel (z. B. Kaffee), scharfe Gewürze sowie säurehaltige Speisen und Getränke. Nennenswert ist zudem Stress: Er kurbelt die Produktion der Magensäure an.

Darüber hinaus können auch Medikamente für die Beschwerden verantwortlich sein, beispielsweise orale Glukokortikoide, Calciumantagonisten, Eisenpräparate und nicht steroidale Antirheumatika. Weitere bedeutende Risikofaktoren sind Übergewicht, den Bauchbereich beengende Kleidungsstücke sowie eine Schwangerschaft.

Optionen in der Selbstmedikation

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Refluxsymptome lassen sich mindern, indem der pH-Wert des Magensaftes angehoben wird und dieser dadurch an Aggressivität gegenüber der Schleimhaut der Speiseröhre verliert. Für dieses Therapieziel sollten Betroffene zunächst nicht medikamentöse Maßnahmen ausprobieren.

Führen diese nicht zum Erfolg, steht eine breite Palette rezeptfreier Präparate mit säuremindernder Wirksamkeit zur Verfügung: lokal wirksame Antazida sowie systemisch wirksame H2-Rezeptorantagonisten (H2-Blocker) und PPI. PPI sind innerhalb der genannten Wirkstoff gruppen am effektivsten und am längsten wirksam.

Dr. Ute Koch (u.koch@forte-media.de)

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 03/2010 auf Seite 32 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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