Immobilienkredite: Niedrige Zinssätze sichern
Die so genannte Kreditklemme ist längst nicht mehr nur abstrakter Natur, sondern inzwischen auch bei vielen Apothekern angekommen. Selbst wenn diese im schlimmsten Fall zu Liquiditätsproblemen führen kann, sollte ein anderes Finanzierungsthema, das in den nächsten Jahren in den Mittelpunkt des betrieblichen Interesses rücken dürfte, nicht vergessen werden: die Verlängerung von Immobilienkrediten.
Die auch in den Medien – je nach Standpunkt realistisch oder übertrieben – dargestellte „Kreditklemme“ birgt vielleicht mehr Gefahren als bisher angenommen. Durch die zunehmende Diskussion über die Zurückhaltung der Banken wenn es um die Kreditvergabe vor allem an Betriebe geht, droht ein – möglicherweise noch brisanteres – Finanzierungsthema in den Hintergrund zu geraten: die in den kommenden Jahren anstehenden Verlängerungen von Immobilienkrediten.
Sie gehen mit Kreditgesprächen einher, die wiederum vor allem für Inhaber von Mittelbetrieben, die ihre privaten Immobilien finanziert haben, schwierig sein könnten. Wegen der Umsatz- und Ertragsentwicklung der meisten Unternehmen ist kaum davon auszugehen, dass diese bereit sein werden, den jeweiligen Ablauf ihrer Zinsbindung zu einer vollständigen Darlehensrückzahlung aus eigenen Mitteln zu nutzen. Weshalb es vor allem um die Frage gehen wird, welche Vorgehensweise seitens des Betriebsinhabers sinnvoll ist.
Schwierige Prognosen
Grundsätzlich ist zunächst von folgendem Szenario auszugehen: Durch die übliche Absicherung eines Immobiliendarlehens über ein werthaltiges Grundpfandrecht sowie durch die in der Regel nach wie vor angemessene Kreditwürdigkeit des Betriebsinhabers dürfte Kreditverlängerungen in den meisten Fällen nichts im Wege stehen.
Dabei sollte durchaus eines unterstellt werden: Gerade bei derart langfristigen Finanzierungen mit bisher einwandfreiem Zahlungsverhalten des Mittelstandes werden die Bankinstitute bereit sein, die bisherige Geschäftsverbindung auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Soweit die optimistische Variante.
Behalten jedoch die Pessimisten Recht, und dies ist keineswegs auszuschließen, so muss auch in diesem Bereich mit entsprechenden Finanzierungsengpässen gerechnet werden.
Frühzeitig aktiv werden
Betriebsinhaber, die also zumindest halbwegs auf „Nummer sicher“ gehen und möglicherweise schwieriger werdende Kreditgespräche vermeiden wollen, sollten sich bereits heute mit diesem Thema befassen – obwohl der Ablauft ermin des jeweiligen Darlehens noch längst nicht in Sichtweite ist. Die Möglichkeit dazu bieten so genannte „Forward- oder Vorausdarlehen“, die je nach Kreditgeber mit Vorlaufzeiten von bis zu etwa fünf Jahren möglich sind.
Michael Vetter (vetter-finanz@t-online.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 04/2010 auf Seite 38 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
