Eigener Shop im Internet - Erst testen, dann einsteigen

Während der OTC-Markt stagniert, steigt der Anteil des Versandhandels. Für so manchen Individualapotheker stellt sich da die Frage, ob er nicht einen eigenen Shop im Internet installiert. Bundesweiter Versand kann für Individualapotheken jedoch schnell zu einer Kostenfalle werden, denn nur mit einem entsprechenden Bestellvolumen lohnt sich die Infrastruktur. Unser Autor zeigt, dass dennoch auch kleine Apotheken nicht komplett auf Einnahmen (und Werbung) via Internet verzichten müssen.

© AGE / Mauritius

Der Kopf dröhnt, die Glieder schmerzen, beim Laufen wird einem schwindelig. Grippepatienten bleiben am liebsten den ganzen Tag im Bett. Selbst der Gang zur nahegelegenen Apotheke kann da schon zu anstrengend sein. Da kommt es dem Kranken entgegen, wenn seine Apotheke einen Online-Shop hat und er bequem vom heimischen Computer aus die notwendigen Medikamente bestellen kann.

Wachstum bei OTC-Produkten
Mittlerweile ist der Online-Versandhandel im Aufschwung begriffen. Nach dem Versandhandelsbericht der IMS Health GmbH lag der Anteil des Versandhandels am gesamten OTC-Markt für das Jahr 2009 zwischen neun und zehn Prozent. Beim Jahresvolumen hat er von rund 480 Millionen Euro im Jahr 2008 auf über 620 Millionen Euro zugelegt – und das, obwohl der gesamte OTC-Markt annähernd stagnierte.

Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten ist der Anteil hingegen rückläufig. Sie machen nur noch zwei Prozent des Versandhandelsumsatzes aus. Das liegt vor allem daran, dass rezeptpflichtige Medikamente größere Umstände machen: Ein Rezept muss an die entsprechende Apotheke gefaxt oder eingescannt und per E-Mail geschickt werden. Der Aufwand für die Kunden ist also deutlich größer als beim Kauf von OTC-Produkten.

Doch auch der OTC-Versandhandel wird nicht unendlich wachsen. Kerstin Kilian, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA), meint: „Nimmt man die Zahlen aus den USA als Vergleichsgröße, wird sich der Anteil langfristig wahrscheinlich bei zwölf bis 15 Prozent einpendeln.“

Der Weg zum Online-Shop

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Voraussetzung ist die Versandhandelserlaubnis
Da der Markt jedoch hart umkämpft ist und Branchengrößen wie DocMorris und Sanicare mit großen Rabatten bundesweit ausliefern, stellt sich für Apotheker die Frage, inwieweit sich ein Engagement überhaupt lohnt.

Laut Kilian muss die Entscheidung für einen umfangreichen Online-Shop nicht gleich zu Beginn fallen: „Die wenigsten Apotheken steigen von Anfang an mit einer großen Lösung ein. Bei den meisten wächst das organisch.“ Grundvoraussetzung ist zunächst eine Versandhandelserlaubnis. Diese vergeben die Amtsapotheken der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Apotheker müssen sich schriftlich dazu verpflichten, bestimmte Anforderungen zu erfüllen, zum Beispiel, die Arzneimittel innerhalb von zwei Tagen zu versenden und die Produkte so zu verpacken, zu transportieren und auszuliefern, dass die Qualität und Wirksamkeit erhalten bleiben. Da die Kosten für eine Versandhandelserlaubnis relativ gering sind und die Erlaubnis unbegrenzt gültig ist, haben viele Apotheken eine solche Erlaubnis, ohne jedoch konkret davon Gebrauch zu machen.

Sebastian Schnabel | schnabel@mbmed.de

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2010 auf Seite 8 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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