Employer Branding: Mitarbeiter – das Kapitel der Zukunft
Die Beratung am HV-Tisch ist eine Gratwanderung zwischen kaufmännischem Ansinnen und pharmazeutisch-sozialer Empathie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann man im Hinblick darauf zwar ausbilden und schulen; dauernd beobachten und kontrollieren kann – und sollte – man jedoch nicht. Um zu einem „Wunscharbeitgeber“ zu werden und mit seinem Personal zukunftsorientiert aufgestellt zu sein, bedarf es ein wenig mehr – ein wenig mehr des so genannten Employer Branding.
Im Prinzip scheint es lediglich eine Sache des gesunden Menschenverstandes: Marketing, Markenbildung, Werbung betreibt eine Apotheke natürlich deshalb in Richtung potenzieller und bestehender Kunden und vielleicht auch Kooperationspartner, um langfristig die ökonomische Existenz zu sichern.
Doch alle Bemühungen nach außen verpuffen wirkungslos, wenn man zwar einen gewissen Anspruch an sich selbst hat und in der Kommunikation mit der relevanten Öffentlichkeit auch entsprechend auftritt, dieser Anspruch aber nicht zugleich durch die Mitarbeiter „gelebt“ wird.
Der Weg zum attraktiven Arbeitgeber
Um Mitarbeiter zu gewinnen, die zu einem passen und/oder das Potenzial haben, sich zu echtem „Kapital“ zu entwickeln, sollte man sich nicht nur als attraktive Apotheke für Kunden positionieren, sondern auch als attraktiver Arbeitgeber für Mitarbeiter. Eine solche Positionierung benötigt theoretisch eine Führungskultur, die praktisch vor allem in der Mitarbeiterführung umgesetzt wird.
Nicht zuletzt müssen aber auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen, um bei dem „war for talents“, der in anderen Branchen, beispielsweise im Bereich der Automobilbranche, bereits seit langem stattfindet, erfolgreich sein zu können.
Ein Ziel des Employer Branding: Mitarbeiter binden
Wer mit seiner Apotheke bereits einen Prozess der Markenbildung durchlaufen, wer sich intensiv mit den Themen Corporate Identity, Positionierung, Marketing auseinandergesetzt hat, ist von der Basis her bereits gut gerüstet. Denn das, wofür die Apotheke nach außen stehen soll, ist bekannt.
Es bedarf dann geeigneter Mitarbeiter, die eine solche Positionierung verstanden haben (vielleicht weil sie in den Prozess miteingebunden waren), verinnerlichen (womöglich, weil es den eigenen Vorstellungen hinsichtlich Beratung und Kundenorientierung entspricht) und dann auch im täglichen Geschäft realisieren (weil sie dazu idealerweise fachlich wie menschlich in der Lage sind).
Eines der Ziele des Employer Branding ist es folglich, diese Mitarbeiter auch an sich zu binden. Wer sich mit dem, was er tut, identifiziert, ist deutlich zufriedener. Oder anders gesagt: Wer einen Job hat, der ihm Spaß macht, geht keinen einzigen Tag unmotiviert zur Arbeit. Spricht sich die Zufriedenheit im Team und bei den einzelnen Mitarbeitern selbst herum, kann man davon ausgehen, dass sich die Anzahl von Initiativbewerbungen erhöht.
Elisabeth Dartsch | elisabeth.dartsch@gmx.com
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 05/2010 auf Seite 32 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
