Controlling als Managementinstrument

Als Wirtschaftsunternehmen unterliegt auch die Apotheke den Mechanismen des Wirtschaftlichkeitsprinzips. Eine Binsenweisheit, die schon immer galt, auch wenn sie auf den ersten Blick mit dem traditionellen Rollenbild des Heilberuflers nicht konform zu sein scheint. Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem und in den Märkten machen dies jedoch in aller Schärfe deutlich – und sind für Apothekenbetreiber mit Zukunftsperspektive Grund genug, sich mit den harten Fakten des Business aktiv auseinanderzusetzen.

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Erfahrung und Bauchgefühl spielen auch bei unternehmerischen Entscheidungen eine Rolle. Und das ist in Ordnung, solange die Fakten nicht außer Acht gelassen werden. Innerhalb komplexer werdender Systeme und Prozesse ist es jedoch unerlässlich, Entscheidungen auf einer verlässlichen, nachvollziehbaren Basis, zukunft sgerichtet und mit Blick über den Tellerrand zu treffen.

Letztlich gilt es, Lösungen für auft retende Fragen und Herausforderungen durch Entscheidungsprozesse positiv im Sinne des eigenen Unternehmens zu beeinflussen bzw. das Unternehmen Apotheke pro-aktiv auf erfolgreichen Kurs zu bringen.

„Mehr Geld verdienen“ – aber wie?

Die Anforderung „mehr Geld zu verdienen“ (den Ertrag/das Betriebsergebnis zu steigern), etwa durch Steigerung des Umsatzes (der Umsatz-Erlöse) und/oder Senkung der Kosten, entspricht zwar den Grundsätzen des Wirtschaftlichkeitsprinzips, reicht aber bei weitem nicht aus, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen und zu steuern.

Ein Blick auf einige Einflussfaktoren und Fragestellungen macht dies beispielhaft deutlich: Wie entwickeln sich die Bedingungen im Einzugsgebiet des Standortes (Mitbewerber, Verschreiber, Kundenströme)? Wie wirkt sich die Absatzstruktur – verkaufte Mengen – auf die Erlöse und Erträge aus (rezeptpflichtige Produkte, OTC-Produkte, freie Produkte)?

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Welchen Spielraum für die Preisbildung lässt der relevante Wettbewerb bzw. die Entwicklung des Gesamtmarktes? Darüber hinaus stellen sich auch folgende Fragen:

Welche Konsequenzen für den Personaleinsatz hat die Verbesserung der Beratungs- und Servicequalität? Wie wirkt sich die Veränderung der Öffnungszeit auf den Personalbedarf aus? Welches Beschaff ungsverhalten senkt die Beschaff ungskosten, ohne die Nachfrage der Kunden durch Nichtverkäufe zu beeinträchtigen (Lagerhaltung)? Wie wirkt sich eine Investition in Marketingmaßnahmen auf den Kundenstrom und die Absatz-/Umsatzentwicklung aus?

Das sind allesamt Fragestellungen, die die komplexen Zusammenhänge und gegenseitigen Abhängigkeiten (Interdependenzen) von Entscheidungen, Maßnahmen und Ergebnissen erkennen lassen.

Das Instrumentarium bespielen
Alle diese Herausforderungen lassen sich nur mit dem entsprechenden Instrumentarium aus internen und externen Datenquellen, aus Marktbeobachtung, eingehenden Analysen und der notwendigen Interpretation lösen. Um dann Entscheidungen in kontrollierbare operative Maßnahmen umzusetzen, bedarf es Zielvorgaben und -vereinbarungen, eines konkreten Maßnahmenkataloges und der Kontrolle der Ergebnisse für eine Zeitperiode.

Was sich nach zweitem Semester BWL-Studium anhört, entspricht mehr denn je den Anforderungen an die ökonomische Seite des Apothekenbetriebs. Wir sprachen dazu mit dem Unternehmensberater Olaf Boczan, der aus dem laufenden Kontakt mit Apothekenbetreibern berichtet und Anregungen für die Praxis gibt.

Klaus Dreikausen | kd@dreikom.de

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07/2010 auf Seite 32 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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