Zertifizierte Fortbildung: Der Wirkstoff Dapoxetin

Seit Anfang Juni 2009 ist mit Dapoxetin die Palette der Lifestyle-Medikamente in Deutschland um einen Wirkstoff erweitert. Die ursprünglich als Antidepressivum entwickelte Substanz hat als erstes Medikament die Zulassung für die Behandlung von vorzeitiger Ejakulation erhalten.

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Als Ursache der sexuellen Dysfunktion wurden bislang hauptsächlich psychologische und physiologische Faktoren vermutet; jedoch weisen neuere Forschungsergebnisse darauf hin, dass der Neurotransmitter Serotonin ein hauptverantwortlicher Botenstoff des Ejakulationsvorgangs ist.

Dapoxetin greift als kurz wirksamer selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer spezifisch in den Serotoninhaushalt ein und erhöht die ejakulatorische Latenzzeit. Außer in Deutschland ist Dapoxetin auch in weiteren Ländern der EU für die Behandlung des frühzeitigen Samenergusses zugelassen. Dapoxetin ist ein selektiver Serotonin-Reuptake-Inhibitor (SSRI), der die neuronale Wiederaufnahme von Serotonin hemmt und so eine anschließende potenzierte Wirkung von Serotonin auf prä- und postsynaptische Rezeptoren bewirkt.

Die häufigste bisherige pharmakologische Therapie der EP war, neben dem Einsatz von Lokalanästhetika, die Off-label-Verordnung von lang wirksamen selektiven Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) oder dem stark serotonerg wirkenden Trizyklikum Clomipramin.

Medizinische Chemie

Der Ejakulationsreflex ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen körperlichen und psychologischen Mechanismen im zentralen Nervensystem. Dabei kommen als neurogene Ursache der Ejaculatio praecox vor allem Neurotransmitter-Stoffwechselstörungen des für den Ejakulationsvorgang wichtigen Botenstoffs Serotonin infrage. Serotonin spielt in diesem Gefüge eine zentrale, hemmende Rolle für die Ejakulation.

Dapoxetin blockiert den Serotonin-Transporter und sorgt dadurch für einen längeren Verbleib des Botenstoffs im synaptischen Spalt. Dadurch verstärkt sich die ejakulationshemmende Wirkung von Serotonin und führt somit zu einer Verzögerung der Ejakulation.

Dr. Sebastian Günther | guenther.sebastian@vetmed.fu-berlin.de

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07/2010 auf Seite 44 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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