Editorial: Das Celesio-Signal
Beim Deal zwischen Celesio/Gehe und DocMorris waren sich die Kommentatoren der Fachpresse einig: Die Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes unter dem derzeit regierenden politischen Personal ist unrealistisch.
Gleichgültig, wie dramatisch die Ereignisse sind, die Formel lautet stets, dass im Wesentlichen alles so bleiben wird, wie es ist. Apotheker sollten sich von dieser gebetsmühlenartig vorgetragenen Geisterbeschwörung nicht einlullen lassen, zumal politische Machtverhältnisse sich erfahrungsgemäß doch unangenehm schnell ändern können. Außerdem ist noch nicht geklärt, wie die Rechtsprechung im Rahmen des Europäischen Gerichtshofes das deutsche Fremd- und Mehrbesitzverbot beurteilt.
Um nicht missverstanden zu werden: Auch wir von APOTHEKE + MARKETING plädieren nicht für den Fall dieses Gesetzes. Aber wir warnen davor, so zu tun, als ob es sich bei dem Apothekengeschäft um eine ewig geschützte Nische und nicht um einen 35-Milliarden-Euro-Markt handeln würde. Ein solch üppig gefüllter Fleischtopf wird in Zukunft immer interessierte Kreise anlocken, die nicht müde werden zu überlegen, wie sie sich einige der saftigsten Fleischbrocken schnappen können.
Auch wenn es noch keine Apothekenketten gibt, so breiten sich doch Franchisesysteme wie deren Menetekel zwar langsam, aber ungeniert und unaufhaltsam aus. Gegen diesen Fluch helfen keine Abwehr-Mantras. Gegen diesen Fluch hilft nur, die Apotheke mit massiven unternehmerischen Maßnahmen zu stärken, so gut dies unter den individuellen Gegebenheiten möglich ist. Und dabei möchten wir Sie mit APOTHEKE + MARKETING unterstützen.
Herzlichst
Claus Ritzi
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 06/2007 auf Seite 3 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
