Beratungsfall des Monats: Der Kunde – Patient oder Abholer?
Nicht immer ist diejenige Person, die ein Medikament in der Apotheke abholt, auch der Patient. Im Beratungsgespräch kommt es deshalb auch darauf an, zu erfragen, für wen das Arzneimittel bestimmt ist.
Der Fall: Eine junge Frau betritt die Apotheke und legt ein Rezept vor, auf dem Clarithromycin Saft 125 mg/5 ml N1 verordnet ist. Die PTA, Frau Schneider, sieht nach einem Blick auf den Rezeptkopf, dass das Antibiotikum für ein neunjähriges Kind ausgestellt wurde und erkundigt sich: „Ist das Rezept für Ihren Sohn?“ Die Mutter bejaht dies.
Frau Schneider bringt das Medikament und fragt: „Was hat Ihnen der Arzt zur Einnahme gesagt?“ Die Frau zeigt den Dosierungszettel, den sie vom Arzt erhalten hat. Darauf steht, dass sie ihrem Sohn zweimal täglich jeweils 10 ml des Saftes verabreichen soll. Ergänzend gibt die PTA der Mutter noch folgende Informationen mit auf den Weg: „Dieser Saft ist ein Trockensaft. Bitte bereiten Sie ihn mit Leitungswasser zu. Geben Sie Ihrem Sohn den Saft unbedingt so lange, bis die Flasche leer ist. In der Packung finden Sie auch eine Spritze zur genauen Dosierung. Damit können Sie die 10 ml exakt abmessen. Ihr Sohn sollte den Saft morgens und abends im Abstand von zwölf Stunden zu sich nehmen. Bitte denken Sie daran, das Fläschchen vor dem Öffnen immer gut zu schütteln.“
Die Fallanalyse: Was lief gut?
Der Patient wurde ermittelt Die PTA hat mit einem Blick auf den Rezeptkopf erkannt, dass es sich bei dem Patienten um ein Kind handelt.
Dr. Lieselotte Hartmann
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07/2007 auf Seite 19 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
