Zertifizierte Fortbildung: Neue Behandlungsoption bei Asthma bronchiale
Historie: Die Prävalenz der Erkrankung Asthma bronchiale hat in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Ländern deutlich zugenommen. Auch angesichts vieler Verbesserungen in der Therapie gibt es eine Anzahl von Patienten, deren Symptomatik trotz intensiver Anwendung der verfügbaren Arzneistoffe nicht adäquat behandelt werden kann.
In 90 Prozent der Fälle hat Asthma bronchiale eine allergische Ursache. Dies bedeutet, dass der Kontakt mit normalerweise harmlosen Substanzen, beispielsweise Pollen, Tierhaaren oder Hausstaubmilben, eine Immunantwort auslöst, an der in erster Linie ein körpereigenes Protein mit der Bezeichnung Immunglobulin E (IgE) beteiligt ist. Folge ist eine Kettenreaktion, die schließlich in die für die Krankheit typischen Symptome wie Atemnot, Husten oder Kurzatmigkeit mündet. Bisherige Therapieansätze haben in erster Linie einen symptomatischen Ansatz. So kann z. B. mit Beta-2-Sympathomimetika eine Konstriktion der Bronchien beseitigt werden, wohingegen die Gabe inhalativer Kortikosteroide in erster Linie auf die Behandlung von Entzündungserscheinungen in den Atemwegen zielt.
Mit dem Arzneistoff Omalizumab ist nun erstmals ein neuer Therapieansatz gelungen. Hier wird die allergische Kettenreaktion verhindert, indem das Schlüsselmolekül – IgE – gezielt blockiert wird. Die Asthmasymptome können so ganz verhindert beziehungsweise deutlich gemildert werden. So steht nunmehr eine Therapieoption zur Verfügung, die auch bei schweren Fällen von Asthmaerkrankungen zum Einsatz kommen kann.
Das Präparat Xolair® ist als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen mit schwerem persistierendem allergischem Asthma zugelassen. Vorraussetzung für eine Anwendung ist, dass der Patient ganzjährig positiv gegen ein entsprechendes Aeroallergen reagiert und eine reduzierte Lungenfunktion aufweist (FEV1 von < 80 Prozent). FEV beschreibt das Volumen, das der Patient forciert innerhalb von einer Sekunde ausatmen kann. Der Arzt ist verpflichtet, genau zu dokumentieren, dass trotz Anwendung der üblichen Asthmatherapie schwere Asthma-Exazerbationen auftraten. Einen entsprechenden Dokumentationsbogen bietet Novartis zum Download.
Korrespondierender Autor: Apotheker Martin Huber.
Mit diesem von der Bundesapothekerkammer zertifizierten Beitrag bietet Ihnen APOTHKE + MARKETING die Möglichkeit, sich einen Punkt für Ihr Fortbildungskonto zu sichern.
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 07/2007 auf Seite 36 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
