Beratungsfall des Monats: Sonnenschutz ist nicht gleich Sonnenschutz
Ärzte, Kosmetikerinnen und auch die Publikumspresse weisen unermüdlich darauf hin, wie wichtig es ist, sich vor zu viel Sonne optimal zu schützen. Verbraucher, die ihren Sonnenschutz bewusst in der Apotheke kaufen, erwarten eine differenzierte Beratung.
Der Fall: Eine Frau, Mitte 30, betritt die Apotheke und verlangt ein Sonnenschutzmittel. Sie fahre kommende Woche in Urlaub, und im vergangenen Urlaub hätte sich schon nach dem ersten Tag eine Sonnenallergie am Dekolleté und an den Armen gezeigt. Die restlichen Ferien habe sie nicht mehr so recht genießen können. Daher wolle sie jetzt ein wirklich gutes Mittel aus der Apotheke. Frau Schneider erkundigt sich: „Wo werden Sie Ihren Urlaub verbringen?“ – „In Tunesien.“ Antwortet die Kundin. „Wo waren Sie letztes Jahr, als Sie die Sonnenallergie bekamen, und welches Sonnenschutzmittel haben Sie benutzt?“ fragt Frau Schneider weiter. „Wir waren in Spanien, und ich hatte eine Sonnenmilch aus einem Drogeriemarkt“, entgegnet die Kundin. Frau Schneider empfiehlt ihr ein Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Schutz auf Gelbasis, emulgatorfrei, mit hohem Anteil an Mikropigmenten. „Ich empfehle Ihnen dieses fettfreie Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 20, damit beugen Sie den Hautreizungen durch die Sonne vor und sind bei Ihrem Hauttyp ungefähr vier bis fünf Stunden in der Sonne geschützt. Denken Sie bitte daran, Après-Sun-Produkte bzw. Körperpflegeprodukte ohne Emulgatoren zu verwenden, diese können Auslöser Ihrer Beschwerden sein. Wenn Sie dies beachten, werden Sie Ihren Urlaub unbeschwert genießen können.“
Dr. Lieselotte Hartmann
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 08/2007 auf Seite 17 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
