Editorial: Mit Kompetenz kontern
Bereits Mitte August bot sich beim Besuch in einem dm-Markt im Münchner Norden ein ungewohntes Bild: An Stelle der Kundenzeitschrift lag an der Kasse der Sommerkatalog der „Europa Apotheek Venlo“.
Wenige Tage später lief dann die Nachricht über den Ticker, dass die Drogeriemarktkette – wenn auch vorerst nur in Nordrhein-Westfalen – nun in großem Stil ins „lukrative Medikamentengeschäft“ einsteigen wolle. Was das künftig bedeuten könnte, machte u. a. die Süddeutsche Zeitung deutlich. Sie sprach vom „Modell für ganz Deutschland: Medikamente aus der Drogerie“. Zwar bleibt dahingestellt, wie viele Kunden 72 Stunden Wartezeit sowie einen zweiten Gang in den Drogeriemarkt in Kauf nehmen werden, um ihr vorbestelltes Medikament abzuholen – ein weiteres deutliches Signal für den Angriff der Dromärkte auf die Apotheken ist das Vorgehen aber allemal. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Drogeriemarkt keine persönliche Beratung bieten wird.
Glücklicherweise, muss man anfügen. Denn gerade darin steckt nach wie vor einer der Schwachpunkte, an dem die Apotheken mit ihrer Gegenoffensive ansetzen können: Kompetente Beratung und das individuelle Eingehen auf die Kunden sind nun mal das große Plus der Individualapotheke.
Nichtsdestotrotz setzt das Vorpreschen von dm ein weiteres Warnsignal für die Apotheken und erzwingt rasches Handeln. Der Weg dafür ist klar vorgezeichnet: Kundenorientierung, Herausstellen derKompetenzen in der Beratung und im Sortiment, marktorientiertes Handeln sowie eine durchdachte Organisation des Apothekenmanagements.
Es gibt viel zu tun – wir unterstützen Sie dabei!
Herzlichst
Gabi Kannamüller
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 09/2007 auf Seite 3 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
