Umsatz: Was bedeutet die Erhöhung des Zwangsrabattes?
Das Eckpunktepapier zur Gesundheitsreform umfasste viele für die Apotheke wirtschaftlich kritische Elemente. Davon übriggeblieben ist die Erhöhung des GKV-Zwangsrabatts zum 1. April 2007. Wie wirkt sich diese Vorgabe aus – und, viel wichtiger – wie geht man am besten damit um?
Angesichts der Erhöhung des Zwangsrabatts von 2,00 auf 2,30 Euro stellt sich folgende Frage: Können die Auswirkungen eher vernachlässigt werden, oder stellen sie ein echtes Problem dar?
Der entscheidende Rx-Faktor
Schlüsselfaktor für die tatsächlichen Effekte der Rabatterhöhung ist die zu Lasten der GKV abgegebene Packungszahl. Dabei ist der Rabatt unabhängig von Packungsgrößen. Um die eigene Mehrbelastung festzustellen, benötigt man zwei Kennzahlen: einerseits die Packungsmenge einer Zeitperiode sowie andererseits die konkrete Rabatterhöhung, die netto nach Abzug der durchschnittlichen Umsatzsteuer bei 25 Cent liegt.
Was für eine Apotheke aufgrund der individuellen Umsatzstruktur zu ärgerlichen, aber vernachlässigbaren Schmälerungen im Umsatz führt, kann Apotheken andernorts heftige Bauchschmerzen bereiten. Nämlich dann, wenn aufgrund von extern induzierten Marktfaktoren wie Lage, Kunden- oder Sortimentsstruktur ein verhältnismäßig hoher Verschreibungsanteil am Gesamtumsatz vorliegt. Insofern ist es sinnvoll, bei einer Betrachtung der tatsächlichen Auswirkungen zwischen OTC- und Rx-lastigen Apotheken zu differenzieren.
Greifen wir zwei Apotheken heraus, an deren Beispiel die Auswirkungen der Rabatterhöhung illustriert werden sollen: eine OTC-lastige Stadtapotheke mit viel Laufkundschaft und eine verschreibungsorientierte Apotheke auf dem Land.
Beispiel 1: Die OTC-Apotheke
Apothekerin X betreibt in der Dresdner Innenstadt eine Apotheke nahe der Gedächtniskirche. Die Räume liegen in einem Neubau, in dem neben der Apotheke auch weitere gehobene Einzelhändler und Dienstleister untergebracht sind. Bedingt durch die günstige Lage zieht die Offizin vor allem Laufkundschaft und Touristen an. Apothekerin X gründete ihre Apotheke vor drei Jahren neu und richtete das Sortiment von vorn herein ganz konsequent auf das Gros der absehbaren Kundschaft aus.
Matthias Sabel (matthias.sabel@dr-schmidt-und-partner.de)
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 09/2007 auf Seite 38 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
