Preispolitik: Zwei Konzepte unter einem Dach – ein Widerspruch?
Üblicherweise gehen selbst Marketing-Experten davon aus, dass ein hochwertiges Apothekenkonzept im diametralen Widerspruch zu einer Apothekenphilosophie steht, die an günstigen Preisen orientiert ist. Ein Apotheker aus Augsburg versucht, dies zu widerlegen.
Wer in Augsburg durch die etwas abseits vom Hauptbahnhof gelegene Halderstraße schlendert, stößt auf ein Gebäude, das zwei mit jeweils einer eigenen Tür ausgestattete Geschäftsräume in friedlicher Koexistenz miteinander vereint: Ein Eingang führt die Kunden in die i-punkt-apotheke, während der andere, etwa 20 Meter entfernte, Zutritt zur apo.take gewährt. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass es sich bei der i-punkt-apotheke um eine Apotheke handelt, die einen sehr gepflegten, edlen Eindruck macht, während der von den Inhabern so genannte apo.take-Sparmarkt schon im Schaufenster mit einem großen Plakat darauf hinweist, dass die Kunden hier das umfangreiche OTC-Aktionssortiment im Vergleich zum Herstellerpreis um 30 Prozent günstiger erwerben können.
Das Beratungskonzept der Apotheke und …
Laut Matthias Brudler, Schwager von Apotheker Christoph Richter und Mitglied im Leitungsteam, wird das sich scheinbar widersprechende Angebot von den Kunden hervorragend angenommen, ohne dass dabei ein Modell in Konkurrenz an Effizienz verlöre (Kanibalisierungseffekt). „Insgesamt haben wir einen deutlich vermehrten Zulauf an Kunden“, erklärt Brudler und weist darauf hin, dass „die durchschnittliche Kundenfrequenz vor der Eröffnung der apo.take in der ipunkt-apotheke bei 80 lag, und dass nun täglich und konstant etwa 250 Kunden beide Einrichtungen frequentieren“.
Claus Ritzi
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 10/2007 auf Seite 24 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
