Fiesta mexicana
Rauschende Partys auf den Friedhöfen, satte Farben und bunte Blumen überall – das mexikanische Pendant zum Allerseelenfest lässt wirklich keinen Trübsinn aufkommen. Vielmehr lädt man die Seelen der Verstorbenen zum Picknick ein und freut sich auf das Wiedersehen mit ihnen. Ob wohl der Geist Frida Kahlos im Jahr ihres 100. Geburtstages mit von der Partie ist?
Schon Ende Oktober zeigen die Schaufenster mexikanischer Bäckereien und Konditoreien einen für uns erstaunlichen Anblick. An Knochen erinnernde Totenbrote aus Hefeteig liegen neben Stapeln von Miniatursärgen aus Marzipan; gleich daneben die Bleche voller bunter Calaveras, den reich verzierten Zucker-Totenschädeln, die natürlich kein Entsetzen hervorrufen sollen, sondern neues Leben verheißen. Nein, der Tot liefert den Mexikanern offensichtlich keinen Grund zur Traurigkeit, man lacht ihm vielmehr ins Gesicht.
Indianischer Ursprung
Der Día de los Muertos, der Tag der Toten, ist der Höhepunkt des Jahres. Er geht auf die Traditionen der indianischen Stämme im mittleren Mexiko zurück: den Tarasken, Nahuas, Totonaken und Otomi. Für sie beendet der Tod lediglich das Erdenleben. Manchmal wird er sogar als Befreiung angesehen. Schon die Azteken sahen ihn als Voraussetzung für die Erschaffung neuen Lebens. Die Seele hingegen stirbt nicht. Sie kommt stattdessen in der Nacht vom 2. auf den 3. November zu Besuch und wird daher ausgiebig mit den Lieblingsspeisen des Verstorbenen bewirtet.
Petra Schicketanz
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 11/2007 auf Seite 60 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
