Die innere Uhr tickt nicht richtig
Bis zu 60 Prozent der Bevölkerung leben ständig im Jetlag, weil ihre innere Uhr nicht synchron zu ihren Alltagsaktivitäten verläuft. Doch wer ständig gegen seinen biologischen Rhythmus lebt, muss mit Gesundheitsstörungen wie beispielsweise einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit rechnen. Deren Folge können Kopfschmerzen vom Spannungstyp sein.
Alle Körperfunktionen unterliegen biologischen Rhythmen. Sie werden von einer inneren Uhr gesteuert. Das körpereigene „Instrument“ tickt mit einer individuell genetisch bestimmten Tageslänge von ungefähr 24 Stunden (zirkadianer Rhythmus). Da die Tageslänge der inneren Uhr leicht von 24 Stunden abweicht, muss sie täglich auf den 24-stündigen Tag-Nacht-Rhythmus gestellt werden. Diese Synchronisation erfolgt vor allem über das Licht.
Die existierenden individuellen Unterschiede sind genetisch determiniert. So bettet sich die innere Uhr mancher Menschen früh in den Tag ein, die anderer erst spät. Diese Differenzen führen zu den als Früh- und Spättyp bezeichneten Chronotypen (griech. chronos = Zeit).
Der Chronotyp bestimmt, zu welcher Zeit jemand am besten schläft bzw. am leistungsfähigsten ist. So kommen die Menschen je nach Veranlagung besser oder schlechter mit den durch den Alltag vorgegebenen Zeiten wie beispielsweise dem Arbeitsbeginn zurecht.
Sozialer Jetlag mit Kopfschmerzen als Folge
Tickt die innere Uhr anders, als es Alltagsverpflichtungen verlangen, stimmen also Innen- und Außenzeit nicht überein, entsteht eine Jetlag-Situation. So wie bei Langstreckenflügen der Reisende Beschwerden durch die Zeitumstellung hat, erlebt auch ein später Chronotyp einen „sozialen“ Jetlag, wenn es zu einer Diskrepanz zwischen biologischer und sozialer Zeit kommt.
Gode Meyer-Chlond, Quelle: Pressekonferenz „Social Jetlag: Leben gegen die innere Uhr“, Bayer Vital GmbH, September 2008, Hamburg
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 11/2008 auf Seite 18 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
