Osteoporose: Mehr als morsche Knochen

Fast jede dritte Frau über 60 Jahren leidet an einer Osteoporose, doch noch immer wird die Krankheit von Laien wie Fachleuten unterschätzt. Eine Calciumund Vitamin-D-reiche Ernährung sowie viel Bewegung tragen wesentlich dazu bei, eine Osteoporose zu verhindern. Inzwischen steht eine ganze Palette an Arzneistoffen zur Verfügung, um eine manifeste Osteoporose zu behandeln.

Dank einer sehr guten medizinischen Versorgung und besserer Lebensumstände werden immer mehr Menschen immer älter. Die Kehrseite: Auch eine Reihe von Krankheiten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine davon ist die Osteoporose, bei der im Laufe der Jahre über das normale Maß hinaus Knochensubstanz abgebaut wird.

In Deutschland leiden etwa sechs bis sieben Millionen Menschen an dieser Störung des Knochenstoffwechsels. Galt der „Knochenschwund“ früher als reine Frauenkrankheit, sind inzwischen auch viele Männer betroffen.

Kunstwerk Knochen
Das menschliche Skelett besteht aus 206 Knochen und macht rund 15 Prozent des Körpergewichtes aus. Als Teil des Bewegungsapparates bildet es das Stützgerüst des Körpers. Zudem bietet es inneren Organen wie Gehirn, Lunge und Herz mechanischen Schutz. Als Depotorgan für das Mineral Calcium nehmen die Knochen außerdem eine zentrale Stellung in dessen Stoffwechsel ein.

Am Knochenumsatz sind im Wesentlichen drei Zelltypen beteiligt: Die knochenabbauenden Osteoklasten – große Zellen mit drei bis vier Zellkernen – spielen eine wichtige Rolle bei Verletzungen. Ein aktiver Osteoklast ist von einem Bürstensaum umgeben, mit dem er Salzsäure und Enzyme produziert.

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Die wesentlich kleineren Osteoblasten bilden die Knochenmatrix, die erst später mineralisiert wird. Bei einer Verletzung graben die Osteoklasten Löcher und bauen krankes Gewebe ab, während die Osteoblasten die Löcher wieder auffüllen. Zunächst wird eine dünne Schicht gebildet (Osteoid), die zwischen dem mineralisierten Knochen und den Osteoblasten angeordnet ist.

Erst nach zehn Tagen beginnt der Einbau von Calcium- und Phosphor-Verbindungen, die dem Knochen seine Festigkeit wieder verleihen. Knochen fühlen sich hart und fest an, aber sie reagieren flexibel auf die Anforderungen von Körper und Umwelt. Das ist nur deshalb möglich, weil Knochensubstanz ständig auf- und abgebaut wird. In einem Zeitraum von 200 Tagen wird das Skelett vollständig erneuert.

Entscheidend für die Masse und Dichte des Knochens ist das Verhältnis von Neubildung (durch Osteoblasten) und Abbau (durch Osteoklasten). Überwiegen abbauende Prozesse, werden Knochen spröde und brechen. Das Krankheitsbild Osteoporose entsteht – entweder durch verminderten Aufbau oder durch überstürzten Abbau der Knochensubstanz.

Hannelore Gießen

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 12/2009 auf Seite 18 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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