Hautpflege: Wind und Wetter trotzen
Die Haut hat im Winter einiges auszuhalten: Draußen setzen ihr Wind und Kälte zu. In der Wohnung hinterlässt trockene Heizungsluft ihre Spuren. Dicke, wollene Kleidung tut ein Übriges. Mangelt es zudem noch an der richtigen Pflege, können Trockenheit, Spannungsgefühle und Juckreiz zum ständigen Begleiter in der kalten Jahreszeit werden.
Trockene Haut (Xerosis, Xerodermie) ist ein Problem, mit dem viele Menschen während der Wintermonate zu kämpfen haben. Im Gesicht, aber auch an den Händen, in den Innenbeugen der Oberarme, an den Beinen und Fußsohlen ist das Hautbild durch Rauigkeit, Schuppung, Glanzlosigkeit und mangelnde Elastizität geprägt. Zudem setzen Spannungsgefühle und Juckreiz dem Wohlbefinden zu. Besonders betroffen sind Neurodermitis- und Psoriasispatienten sowie Diabetiker und Senioren.
Austrocknendes Klima
In der kalten Jahreszeit ist die Luftfeuchtigkeit im Freien bei niedrigen Temperaturen geringer als im Sommer. In Innenräumen sorgen Heizungen für trockene Luft. Bei diesen Bedingungen gibt die Haut Feuchtigkeit an die Umgebung ab, und der transepidermale Wasserverlust (TEWL) steigt.
Normalerweise liegt der Wassergehalt der obersten Epidermisschicht, der Hornschicht (Stratum corneum), bei über zehn Prozent. Sinkt er auf Werte darunter, trocknet die Haut aus, juckt, spannt und schuppt sich. Zudem stellen die Talgdrüsen ab einer Temperatur von acht Grad Celsius ihre Lipidproduktion ein.
Der Mangel an Lipiden schwächt die Hautbarriere. Zu Spannungsgefühlen und Juckreiz gesellen sich feine Risse. Über die Risse können Schadstoffe aus der Umwelt in die Haut gelangen, die bei hautempfindlichen Menschen Entzündungen bis hin zu Ekzemen begünstigen.
Im „Schonwaschgang“
In den Wintermonaten ist es daher besonders wichtig, die Barrierefunktion, das Wasserbindungsvermögen und den physiologischen pH-Bereich der Hornschicht möglichst wenig aus dem Lot zu bringen.
Gerade bei der Reinigung sollte man im Hinterkopf behalten, dass jeder Kontakt mit Wasser und Seife den schützenden Hydrolipidfilm beeinträchtigt und der äußeren Hülle Fett und Feuchtigkeit entzieht. Besser verträglich als herkömmliche Seifen sind synthetische Detergenzien (Syndets), deren waschaktive Komponenten zu den Tensiden gehören.
Stefanie Fastnacht
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 01/2010 auf Seite 20 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
