Betacarotin: Farbenfroher Gesundheitsschutz

Betacarotin galt jahrelang als Hoffnungsträger in der Krebsforschung. In Verruf geriet es, weil hohe Dosen das Risiko für Lungenkrebs bei Rauchern fördern. Von Obst und Gemüse, angereicherten Säften oder niedrig dosierten Supplementen geht hingegen keine Gefahr für die Gesundheit aus. Im Gegenteil: Eine unzureichende Zufuhr ist problematisch, vor allem im Hinblick auf die Versorgung mit Vitamin A.

Betacarotin gehört wie auch Lycopin, Lutein oder Zeaxanthin zu den Carotinoiden. Diese Gruppe an fettlöslichen Polyenfarbstoffen kommt nur in Pflanzen vor und dient diesen als Schutz vor phototoxischen Prozessen. Die besten Quellen sind tief gelbe, orangefarbene und rote Früchte wie Aprikose, Mango, Orange und Gemüsesorten wie Karotte, Kürbis, gelbe und rote Paprika sowie Tomate.

Auch dunkelgrüne Blattgemüse wie Spinat oder Feldsalat enthalten große Mengen an verschiedenen Carotinoiden. Nach derzeitigem Wissensstand gibt es mehr als 600 Carotinoide, von denen über 50 Provitamin-A-Aktivität in unterschiedlichen Spezies besitzen. Das heißt, der Organismus kann aus ihnen Vitamin A herstellen. Betacarotin ist mengenmäßig eines der wichtigsten natürlichen Carotinoide für den Menschen.

Das Beispiel Karotte
Einzelne Lebensmittel enthalten zum Teil sehr hohe Gehalte an Carotinoiden, aber der Organismus kann sie nicht immer in vollem Umfang nutzen. Ein bekanntes Beispiel ist die Karotte. Diese enthält elf Milligramm Gesamtcarotinoide pro 100 Gramm essbarem Anteil, davon 7,6 Milligramm Betacarotin.

Aus rohen Karotten können allerdings nur etwa ein bis zwei Prozent absorbiert werden. Denn die Substanz liegt in der Zelle kristallin vor und wird von einer unverdaulichen Zellmatrix fest umschlossen. Wird letztere zerstört, zum Beispiel beim Herstellen von Karottensaft oder -mus und wird das Lebensmittel idealerweise noch gekocht und mit Fett versetzt, können die Carotinoide optimal verwertet werden.

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Dieser stark variierenden und von vielen Faktoren abhängigen unterschiedlichen Bioverfügbarkeit trägt die Wissenschaft Rechnung, indem sie den Begriff Retinoläquivalent (RÄ) definiert hat: 1 RÄ entspricht 1 mg Vitamin A (Retinol), 6 mg Betacarotin bzw. 12 mg andere Carotinoide. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Umrechnungsfaktor von Betacarotin zu Vitamin A künftig möglicherweise zu ändern ist.

Bereits heute spricht man in den USA und Kanada von Retinolaktivitätsäquivalenten und hat einen Umrechnungsfaktor von 12 : 1 für alle Carotinoide, also auch für das Betacarotin eingeführt. Es bleibt abzuwarten, ob dies künftig auch in die D-A-CH-Referenzwerte aufgenommen wird.

Kirsten Grashoff

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 01/2010 auf Seite 67 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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