Mundgeruch: Bitte nicht ausatmen

Ein Kaugummi aus Weihrauch, Melone und gestampftem Honig – so lautet die Empfehlung gegen Mundgeruch im altägyptischen Papyrus Ebers. Auch die moderne Medizin verfügt über wirksame Mittel gegen dieses Symptom. Betroffene sind dankbar für eine gute Beratung, denn schlechter Atem trägt nicht zu guten Beziehungen bei.

Wer von Kollegen oder Bekannten einen Kaugummi angeboten bekommt, sollte kurz innehalten – war das ein dezenter Hinweis auf Mundgeruch? Denn Eigengeruch nimmt man einerseits häufig selbst nicht wahr, und andererseits ist es für viele ein Tabu, jemanden direkt darauf anzusprechen.

Das Problem scheint kein geringes zu sein: Verschiedene Umfragen haben ergeben, dass in Nordamerika und Deutschland etwa 50 Prozent der Bevölkerung unter Mundgeruch leiden, in einer japanischen epidemiologischen Studie waren 24 Prozent davon betroffen.

Was dahinter steckt Mundgeruch
(Foetor ex ore, Halitosis) ist hauptsächlich bedingt durch flüchtige Schwefelverbindungen und Alkohole wie zum Beispiel Schwefelwasserstoff oder Methanthiol. Sie werden bei der bakteriellen Zersetzung von Speiseresten oder abgestorbenen Zellen der Mundschleimhaut frei und vermischen sich mit der Ausatemluft.

Unter dem Verdacht, derartige Verbindungen zu produzieren, stehen vor allem gramnegative Bakterien, da sie als Substrat Proteine mit schwefelhaltigen Aminosäuren bevorzugen. Bakterien, die häufig bei Zahnfleischentzündungen nachgewiesen werden können (z. B. Haemophilus- oder Treponema-Arten), produzieren ebenfalls unangenehm riechende Schwefelverbindungen.

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Auch Zungenbeläge spielen bei der Entstehung von Mundgeruch eine wichtige Rolle. Speisereste und Bakterien können daran leicht haften. Untersuchungen haben in Zungenbelägen von Halitosis-Patienten eine bis zu 25-fach höhere Bakteriendichte als bei Menschen ohne Halitosis nachgewiesen.

Der Grund liegt im Mund
Stellt sich im Beratungsgespräch heraus, dass der Mundgeruch sehr häufig und unabhängig von der Nahrungsaufnahme auftritt, kann es dafür viele verschiedene Ursachen geben. Experten gehen davon aus, dass sie in 80 bis 90 Prozent der Fälle in der Mundhöhle selbst liegen.

Dr. Claudia Bruhn

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 02/2010 auf Seite 46 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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