Diäten: Für immer schlank?
Wenn der Frühling naht, rauscht durch den Blätterwald die Fitness- und Diätwelle. Kaum eine Zeitschrift, die nicht mit einer neuen Schlankheitskur dem Winterspeck zu Leibe rücken will. Die mehr als 300 auf dem Markt befindlichen Diäten versprechen vor allem eines: Schlankwerden in kurzer Zeit. Doch nur mit den wenigsten lassen sich dauerhafte Erfolge erzielen.
Experten schlagen Alarm. In keinem anderen Land Europas ist der Anteil Übergewichtiger höher als in Deutschland. 48 Prozent der Männer haben nach den Untersuchungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat Übergewicht, weitere 18,8 Prozent leiden sogar an Fettleibigkeit (Adipositas). Bei den Frauen bringen 53 Prozent zu viel Gewicht auf die Waage, davon sind knapp 22 Prozent adipös.
Zufrieden mit ihrem Gewicht ist nur die Hälfte der Deutschen, wie eine repräsentative infas-Umfrage im Auftrag der ABDA aus dem Jahre 2008 herausfand. Demnach hat ein Drittel der Männer und Frauen schon einmal versucht, den überzähligen Pfunden zu Leibe zu rücken.
Sich gesünder zu fühlen und besser auszusehen, nannten die Befragten als wichtigste Ziele einer Diät. Tatsächlich purzeln bei den meisten der gängigen Diäten die Pfunde, aber in den wenigsten Fällen ist der Erfolg von Dauer: Lediglich fünf, maximal 15 Prozent der Diätwilligen schaffen es tatsächlich, ihr vermindertes Gewicht mindestens ein Jahr lang zu halten.
Dies entspricht der Definition für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion und -stabilisierung. Oft sorgt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt dafür, dass Betroffene in kürzester Zeit sogar mehr wiegen als vor Beginn der Diät.
Was hält schlank?
Beim entscheidenden Punkt – dem bleibenden Erfolg der Adipositasdiäten – herrscht auch unter den Experten Ratlosigkeit. „Dauerhafte Veränderungen in den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, die zu einer Stabilisierung des Gewichts führen, scheinen mit den gängigen Therapieprogrammen schwer erreichbar“, stellt Privatdozentin Dr. Anja Hilbert von der Philipps-Universität Marburg fest.
„Abnehmen und Gewichthalten sind zwei völlig unterschiedliche Dinge“, meint Privatdozent Dr. Thomas Ellrott, Leiter des Institutes für Ernährungspsychologie an der Universitätsmedizin Göttingen.
Beate Ebbers
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 02/2010 auf Seite 20 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
