Innovation: Indacaterol

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit, mit steigender Tendenz. Für die Lebensqualität der Betroffenen sind zwei Dinge besonders wichtig: die frühzeitige Diagnose und Therapie. Mit dem Beta-2-Sympathomimetikum Indacaterol steht nun eine weitere Option für eine anhaltende Bronchialerweiterung zur Verfügung.

DIie COPD gehört wie Asthma bronchiale zu den Krankheiten, die mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege verbunden sind. Das Fatale: Im Gegensatz zu Asthma schreitet der Prozess kontinuierlich fort und ist durch medikamentöse Behandlung nicht vollständig rückgängig zu machen. Über die Jahre führt die chronische Entzündung zum irreversiblen Verlust von Lungengewebe. Es entwickelt sich ein Lungenemphysem (Überblähung der Lunge). Der Austausch von Sauerstoff gegen Kohlendioxid kann nicht mehr richtig ablaufen.

Mit einer frühzeitigen Therapie lässt sich der Zerstörungsprozess zwar nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen. Zu den ersten Symptomen, die häufig nicht ernst genommen werden, gehören Husten und Auswurf; Atemnot tritt zunächst nur bei Belastung auf, später auch in Ruhe.

Weitere Krankheitszeichen können ein Engegefühl in der Brust und Atemgeräusche sein. Schreitet die Krankheit fort, gesellen sich Leistungsabfall, Auszehrung, Verlust von Muskelmasse und eine blau-rote Verfärbung der Haut, bedingt durch Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Blut, dazu.

Lang anhaltende Bronchialerweiterung
Beta-2-Sympathomimetika sind potente bronchialerweiternde Substanzen, die in der COPD-Therapie angewendet werden. Es gibt sie als kurz und als lang wirksame Substanzen; zu den letzteren zählt Indacaterol. Die Wirkstoffe verstärken die Sympathikuswirkung und führen so zu einer Erschlaffung der Bronchialmuskulatur. Die verengten Bronchialgefäße erweitern sich, das Atmen fällt wieder leichter.

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Indacaterol ist als Onbrez® Breezhaler® (Pulver zur Inhalation, Novartis Pharma) in den Wirkstärken 150 und 300 Mikrogramm zur Behandlung erwachsener COPD-Patienten zugelassen. In einer dafür entscheidenden multizentrischen Phase-III-Vergleichsstudie (INHANCEB) mit 1 683 Patienten konnte unter anderem gezeigt werden, dass die Substanz eine hoch signifikante, klinisch relevante Lungenfunktionsverbesserung erreicht. Damit verbunden war eine klinisch relevante Verbesserung der Atemnot. Die Wirkung setzt innerhalb von fünf Minuten ein und hält bis zu 24 Stunden an.

Wissenswertes fürs Beratungsgespräch
Das Produkt ist ein Inhalationsgerät, in das jeweils eine Kapsel mit 150 oder 300 Mikrogramm Indacaterol eingelegt wird. Eine genaue Anleitung, wie das Gerät zu handhaben ist, findet sich in der Fachinformation (s. a. www.fachinfo.de). Die Inhalation der (Einmal)Tagesdosis soll möglichst immer zu demselben Zeitpunkt erfolgen; der Hersteller empfiehlt die morgendliche Einnahme.

Julia Pflegel

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 03/2010 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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